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Einzelne Erfolge beseitigen nicht das komplexe Problem

M.S. 2. März 2011 Benutzer Blog:M.S.

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Die nachfolgenden Zeilen sollen anregen die jetzt aufgezeigten politischen Ergebnisse der Arbeit von Herr zu Guttenberg im Kontext mit der gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte zu sehen. Sie möchte ebenso anregen dies frei von einer Person und der dabei entstehenden Emotionen vorzunehmen und sich eher der Gestaltung der Zukunft zu widmen.

Tradition der Wissenschaft?

Über mehrere Jahrhunderte waren die Wissenschaften mit den Sprachen Latein und Griechisch verbunden und eine wissenschaftliche Laufbahn oder Arbeit konnte nur in Beherrschung dieser Sprachen zum Erfolg führen. Dieser Grundsatz war im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts noch gegeben. Er speiste sich aus dem Elitedenken, dem auf der anderen Seite auch harte Werte und Arbeit entgegen standen. Die weitere Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert führte jedoch, wie auch in anderen Bereichen der Gesellschaft, im Zuge von ausschließlichen Expansionsdenken zur Verwässerung dieser Grundsätze. Im Endergebnis stand der Bologna-Prozess in dem sich unter dem Vorwand der einheitlichen Zugangsmöglichkeiten in Wissenschaft und vor allem Bürokratie, also in Hinblick auf ein Massen-Management nicht einer qualitativen Auseinandersetzung, die Grundsätze der Wissenschaft dem Diktat der ökonomischen Erfolge/Zwänge unterwarfen.

Eine Gesellschaft die von allem zu viel hat

Eine ebenso alte Kaufmannsidee ist, dass in der Bewegung von mehr Masse der wirtschaftliche und somit hauptsächliche Erfolg liegt. Diese Prosperität führt jedoch bei dem Erreichen der Marktsättigung zum Stillstand, Kampf und notweniger Zerstörung. Die westliche Gesellschaft hat diese Marktsättigung im Anbruch des vierten Quartales des 20. Jahrhunderts in den überwiegenden Bereichen der Gesellschaft (Industrie- und Wirtschaftsgütern, Medizinische Versorgung, Ausbildung etc.) erreicht gehabt. Es folgt und besteht ein qualitatives Wachstum, wobei die Maßstäbe der Qualität schnell ambivalent mit denen der Ökonomie gesehen werden. So erfolgte ein Ausbau der akademischen Ausbildungsplätze unterstellt in guter Absicht um die Qualität der Fachkräfte zu steigern, unterstellt in berechnender Absicht um der Jugendarbeitslosigkeit und einer vorhandenen Überkapazität an bestehenden Akademiker zu begegnen.

Der jetzt mit einem frischen Abschluss auf einem übersättigten Arbeitsmarkt suchende gut ausgebildete Akademiker versucht den Ausweg in der Promotion. Ebenso versuchen Ausschreibende mit dem Qualitätskriterium der Promotion maßgebliche Stellen zu besetzen wohlwissend, dass ein Überangebot auch mit diesen Voraussetzungen besteht. Im Allgemeinen wird somit die Promotion als Voraussetzung für jede gesellschaftlich anerkannte Stelle gesehen. Jedoch ist dies eben kein Maß für Management- und Führungskompetenz.

Ein akademisches Kartenhaus bricht zusammen

Wie im Rahmen der Diskussion zur Erhöhung der Studiengebühren in England eine große deutsche Wochenzeitung bemerkte, wird kein Englischer Universitätsprofessor im Dienst der Wissenschaft dagegen protestieren. Er ist in erster Linie dem wirtschaftlichen Erhalt seines Hauses, oder sollte man eher sagen seines Unternehmens - Universität - verpflichtet. Alle andere Gedanken wären Absurd.

Ebenso in England werden für International Studenten, wobei der Anteil asiatischer Studenten nicht gering ist, im Rahmen des Englisch Zertifikates nachdrücklich das Referenzieren und die Plagiatsvorbeugung vermittelt. Jedoch scheint dies für den Einzelnen und gerade für eine Gesellschaft die ihren wirtschaftlichen Erfolg des letzten Jahrzehnts auf den Kopieren eines westlichen Wirtschaftssystems gründet ebenso Absurd.

Ist eine Promotion, die lediglich bestehendes Wissen diskutiert und unter den jetzt zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten die Ressorts in kürzester Zeit zusammenfügt überhaupt noch mit dem ursprünglichen akademischen Grundsätzen zu vereinbaren? Wo bleiben die mit einer Promotion geforderten Neuerung und Erkenntnisse? Was ist mit den Erkenntnissen, wenn sie binnen eines Jahrzehnts nicht einmal zum Allgemeingut und zum Stand der Technik im Geschäftsbetrieb von Unternehmen und Wirtschaft eingeflossen sind? Ist so eine Arbeit oder jegliche wissenschaftliche Arbeit nicht unvollständig, wenn sie über die Implementierung und Integration in den Markt oder bestehende gesellschaftliche, politische oder ökonomische Systeme keinen Gedanken verschwendet?

Auch das hochgehaltend deutsche Wissenschaftssystem hat sich heißgelaufen. Prüfende Professoren sind angeödet von der zigsten Wiederholung einer Diskussion von bereits Gesagtem in einer Promotion. Sie schalten ab oder sind vielleicht in Teilen nur noch auf die Sicherung ihrer eigenen Besitztümer konzentriert.

Resümee

Es ist schick geworden eine Promotion für jede höhere Führungsposition zu verlangen. Wer sich diesen Anforderungen jedoch unterzieht hat geltende Rahmenbedingungen einzuhalten. In Frage zu stellen sind aber diese geltenden Rahmenbedingungen, die eine Vielzahl von unnötigen oder vielleicht heute unvollständigen Promotionen gefördert und nicht unterbunden hat.

Führungsqualitäten und die Fähigkeit komplexe Prozesse zu durchschauen, zu analysieren und mögliche Lösungswege abzuwägen sind nicht an eine Promotion gebunden. Sie werden auch nicht bzw. nicht in dieser Weise für eine Anwendung im praktischen Alltag im Rahmen eines Promotionsstudiums herausgebildet.

Es ist kein Ausweg für eine Gesellschaft die nicht mehr Arbeitsgesellschaft ist an überkommenen, erschütterten Fundamenten festzuhalten. Die politische Klasse hat dieses anzuerkennen und mit maßgeblichen, unpopulären Einschnitten eine Erneuerung zu bewirken. Die jetzige ist jedoch in der Gesamtheit mit charakterlischer Schwäche versehen, nur auf kurzfristigen Erfolg aus und die zusehende Masse lieber an einzelnen Hinrichtungen gleich dem Mittelalter interessiert.

Spätrömische Dekatenz!

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