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Forum: Übersicht > "Guttenberg machen" - pro Duden-Eintrag

Liebe Duden-Redaktion,

für die nächste Ausgabe des Duden empfehlen wir folgendes Update:


Eine neue Redewendung wurde im Zuge der Plagiatsaffäre erfunden: den "Guttenberg machen". Journalisten befragten mehrfach Passanten, ob sie bereits einmal den "Guttenberg gemacht" hätten. Die Befragten antworteten spontan und ohne Nachfrage. Damit ist klar: eine neue Redewendung ist erfolgreich etabliert. Sie gehört in die Duden-Verzeichnisse des grünen Duden "Redewendungen". Ein Vorschlag.

Den "Guttenberg machen" ist eine Redewendung, die im Jahr 2011 von Befürwortern und Gegnern des Verteidigungsministers Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg intuitiv verstanden wurde. Sie war binnen kurzer Zeit Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs und ist aus der deutsche Sprache inzwischen nicht mehr wegzudenken. Die Interpretation der Redewendung ist abhängig vom Gesamtzusammenhang und kann unterschiedliche, aber immer negativ gemeinte Bedeutungen haben.

Ursprung: Guttenberg selbst spricht von "wissenschaftlichen Fehlern" in "Fußnoten", seine Kritiker aus dem Wissenschaftsbereich fühlen sich getäuscht und sind einem "Betrüger" aufgesessen. Seine politischen Gegner sprachen im Frühjahr 2011 im Deutschen Bundestag unwidersprochen und vom Präsidium ungerügt von einem politischen und akademischen Hochstapler und Lügner.

1. Interpretation: Den "Guttenberg machen" steht für ein Fehlverhalten, für das sich der Fehlende anschließend und, nachdem man ihn erwischt hat, entschuldigt. Scheibchenweise, denn es hätte ja auch nicht alles herauskommen müssen.

2. Interpretation: Ehrlos; ohne Ehre; ohne Anstand.

3. Interpretation: Einen Fehler machen, schummeln, betrügen, täuschen.

Nicht entschieden ist bislang, ob "Guttenberg machen" eine Beleidigung ist. Beleidigungsprozesse dazu sind noch nicht bekannt, aber höchstrichterliche Urteile sind in Kürze zu erwarten.


Love it


Zumindest ist das Verbum "guttenbergen" (als Synonym für plagiieren) offenbar bereits in den Schüler-Soziolekt aufgenommen worden. Siehe: Tagesspiegel (Berlin): Wer guttenbergt, der fliegt, 13.03.2011. -- Mr. Nice 20:57, 15. Mär. 2011 (UTC) _______________________________

Ich weiß nicht, ob ich das für gut heißen kann. Es gibt doch nicht nur den einen zu Guttenberg. Selbst, wenn es sich herausstellen sollte, dass Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg vorsätzlich getäuscht hat (ist ja noch nicht offiziell), so darf das doch nicht zum Anlaß genommen werden, den großen Namen der ganzen Familie sozusagen unter Sippenhaft zu stellen. 81.43.143.41 21:20, 15. Mär. 2011 (UTC)

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Warum? Er befindet sich doch in bester Gesellschaft: 1st Duke of Wellington (Gummistiefelträger), 4th Earl of Sandwich (spielsüchtig), Bloody Mary (Königin Maria I. von England), Marquis de Sade, Ritter von Sacher-Masoch, Graf zu Pappenheim (gerufmordet trotz Schiller), der geizige Finanzminister Étienne de Silhouette, Freiherr von Knigge, Ritter Götz von Berlichingen (wird zumeist ohne Quellenangabe zitiert), Baron von Münchhausen, Grigori Alexandrowitsch Potemkin Fürst von Taurien (trickst und täuscht sogar ganze Dörfer vor!), Captain Charles Boycott, Richter Charles Lynch, Peter Hartz, "den Oskar machen" ... Last not least: C. Julius Caesar, der dem Kaiserschnitt seinen Namen gab. Adelige und Politiker sind halt als eponyme Namensgeber die üblichen Verdächtigen. Mit Ausnahmen: "Das Verb to bogart bedeutet so viel wie »etwas benutzen oder zu sich nehmen, ohne es mit anderen zu teilen«." (Duden-Newsletter vom 7.8.2006 (http://www.duden.de/newsletter/duden-newsletter-vom-07-04-06#gewusst)). "Guttenbergen" ist dann eben "etwas benutzen oder von anderen zu übernehmen, ohne es zu zitieren".


Den Guttenberg machen heißt für mich Leugnen (Weiterlügen), obwohl die Lüge schon entlarvt wurde.


Hallo, ich finde die Idee bestenfalls witzig, ein Quartalsereignis gleich in den Duden nehmen zu wollen. Vor ein paar Jahren gabs was Ähnliches: "Den Effenberg machen" - damals allgemein bekannt, heute schon wieder weitgehend vergessen. Guttenberg ist nächsten Sommer schon vergessen, wozu also dem Mann extra noch indirekt unverdiente Aufmerksamkeit schenken durch eine von ihm "inspirierte" Redewendung. Vorsätzlicher Betrug ist nunmal vorsätzlicher Betrug, wozu da nun ein neues Wort dafür erfinden?



Ich bin für die Redewendung:

"das sind richtige Guttenberger" = notorische Schwätzer und Blender, die sich unablässig im eigenen Lichte sonnen wollen und sich nur ganz schwer abwimmeln lassen


--188.99.192.10 17:12, 12. Mai 2011 (UTC)


Jugendwort des Jahres: guttenbergen

http://www.stern.de/panorama/jugendwort-des-jahres-koerperklaus-und-katheterpeter-1708425-50a99a2c3dbf62d3.html