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Ghostwriter

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Neben dem Vorwurf des Plagiarismus wurde mehrfach die These in die Diskussion eingebracht, ein Ghostwriter könne die Arbeit in Teilen oder in ihrer Gesamtheit verfasst haben. Dazu hier diese Seite mit Informationsmaterial. Hier bitte nur Informationen ergänzen und KEINE Diskussionsbeiträge einstellen. Dafür gibt es die Seite Ghostwriter-Diskussion (Diskussionsbeiträge, die versehentlich hier landen, werden dorthin verschoben).

Medienecho zur Ghostwriter-TheseBearbeiten

Variante A: Argumente für die Ghostwriter-TheseBearbeiten

  • Bis zur Affäre "Kasper" im Jahre 2009 hat ein bestimmter Ghostwriter aus Essen im Netz explizit "erstklassige Doktorarbeiten" angeboten, die er mittels eines Baukastensystems erstellt hätte. In der Branche war der Mann als rücksichtsloser Plagiator bekannt, der seine Kunden wild bescheisst. In der Branche gab es Leute, die die Produkte dieses Mannes überarbeitet haben und seine Arbeitsweise daher genau kennen. Rein Zufällig ging der Mann mit seinem Angebot genau zu dem Zeitpunkt vom Netz, als Kasper aufgeflogen ist. Eine so professionelle Flickschusterei erfordert spezielle Fähigkeiten, die aber in der Branche niemand anders hat als T. E. S. Der Mann ist abgetaucht und arbeitet jetzt bei einer Unternehmensberatung.
  • Wenn Guttenberg gewusst hätte, wieviele Textbausteine ohne Quellenangabe übernommen wurden, hätte er wohl kaum die ersten Vorwürfe als "abstrus" abgetan: "Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus", sagte er, fügte aber hinzu, er sei aber gern bereit zu prüfen, "ob bei über 1200 Fußnoten und 475 Seiten vereinzelt Fußnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten".
  • Guttenberg bestreitet die bewusste und vorsätzliche Täuschung, siehe seine Aussage in der Aktuellen Stundes des Deutschen Bundestags am 23.02.2011:
    " Ein Plagiat setzt – wie Sie und wie viele wissen – voraus, dass man bewusst und vorsätzlich getäuscht haben sollte. Und ich habe in all meinen Stellungnahmen deutlich gemacht, dass ich weder bewusst noch vorsätzlich getäuscht habe, aber gravierende Fehler gemacht habe. (Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Als Jurist! Weder bewusst noch Vorsatz? Vorsatz ist bewusst!) Diese Unterscheidung ist eine, die man auch anlegen sollte, wenn man sich Urteile über andere bildet, weil es ein Urteil ist, das natürlich eine strafrechtliche Relevanz in sich tragen könnte. Da muss man aufpassen ...)"
Diese abstrus klingende Aussage - wie kann jemand 100 Seiten "unbewusst" kopieren - ergibt nur im Falle eines Ghostwriters einen Sinn, über dessen "Kopiertätigkeiten" zu Guttenberg bei Einreichung der Disseration (sowie bei Abgabe der Ehrenerklärung, nicht getäuscht zu haben) bis zuletzt keine Ahnung hatte. Zugegeben: es macht juristisch keinen Unterschied, ob jemand "unbewusst" das Plagiat eines Ghostwriters einreicht [denn die Ehrenerklärung enthält auch den Passus, keine "Promotionsvermittlung" eingesetzt zu haben] oder dieses Plagiat selbst anfertigt. Aber sprachlogisch und nach "Klein-Erna-Rechtsverständnis" ergibt es einen Sinn.
"Es ist bekannt, dass ich am Mittwochnachmittag nach Afghanistan geflogen bin, Mittwoch auf Donnerstag in Afghanistan war. Vor dem Hintergrund, dass wir am Freitag Vorfälle hatten, die ich hier nicht schildern muss, was alles andere als unerfreuliche [sic] Vorfälle waren, konnte ich mich am Wochenende erstmalig mit dieser Arbeit so befassen (Lachen beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der LINKEN) – Moment! – und habe mich befasst mit Blick auf die Vorwürfe, die erhoben wurden. Ich habe bereits am Freitag gesagt, dass die Arbeit Fehler enthält."
Dies stützt die These, dass er bis zu dem Wochenende, an dem er dies "erstmalig" in epischer Breite nachvollzogen hat, keine Ahnung hatte über den Umfang der "Kopiertätigkeit" seines Ghostwriters.
  • Guttenberg sagte am 21.02.11 abends in Kelkheim wortwörtlich:
    "... weil ich am Wochenende, auch nachdem ich diese Arbeit mir intensiv noch einmal angesehen habe, feststellen mußte, daß ich gravierende Fehler gemacht habe!"
    In diesem einen Satz kommt zwar oft das Wort "ich" und "mir" vor, aber wenn es um die "Arbeit" geht, ist es plötzlich "diese Arbeit" und nicht "meine Arbeit". Dies alles weist auf eine gewisse Überraschung hin, welche ihn ereilte, als er mit "dieser Arbeit", vermutlich in dieser Deutlichkeit erstmals, konfrontiert wurde. Und er fasst "diese Arbeit" jetzt nur mit spitzen Fingern an, wie seine Redewendung deutlich macht.

Laut Spiegel online wurde eine zehnseitige Ausarbeitung von Dr. Dr. Tammler vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestags von Guttenberg in Auftrag gegeben. Nach ihrer Fertigstellung am 13. Mai 2004 (Registernummer WF III - 100/04) wurde sie an des Abgeordnetenbüro von Guttenberg versandt und anschließend nahezu wörtlich in die Arbeit eingefügt. Daher muß die Textmontage entweder von Guttenberg oder seinem unmittelbaren politischen Umfeld selbst durchgeführt worden sein, oder wurde zumindest von dort an den eigentlichen Ghostwriter geliefert.

Anmerkung: Die Ausarbeitungen der Wissenschaftlichen Dienste stehen unter einem umfangreichen Urhebervorbehalt und dürfen nicht ohne Quellenverweis und ausdrückliche Genehmigung des wissenschaftlichen Dienstes veröffentlicht werden.

  • Dass Guttenberg selber über 267 (19.2.11- 8:00) Absätze zusammenkopiert, die ehrenwörtliche Erklärung nach § 8 der Promotionsordnung [1] unterschreibt, eben dies nicht getan zu haben, und dann seine Doktorarbeit auch noch über einen Verlag veröffentlicht, wäre nicht sonderlich schlau und damit eigentlich undenkbar. Dass Guttenberg einen Ghostwriter engagiert und dann in dem guten Glauben, dieser hätte richtig zitiert, seine Arbeit veröffentlicht, klingt wesentlich realistischer.
  • Anmerkung: ich glaub schon das zG anfangs die Material zur Diss und deren Struktur meist selbst (und mit Hilfe des Dr.-Vaters) betrieben hat. Als er jedoch weniger Zeit hatte haben ihm 'hilfreiche' Geister erst zu- dann voll 'ersetzt'. Er hatte dann nur noch die Rolle des 'Managers', war aber selbst nicht mehr tief drin. Die Helfer waren wahrscheinlich kein richtigen/kommerziellen Ghostwriter - für so dumm sollte man ihn nicht halten. Sie sind/waren wahrscheinlich 'Weggenossen' oder Untergebenen, die davon in irgendeiner Weise profitier(t)en. Aber eben nicht genügend Fachleute um das zu schreiben. Deswegen habe sie zu Originaltexten gegriffen und die Fussnoten weggelassen. Offen ist ob zG davon wusste/ahnte oder nicht. Ich glaube ja, aber hats verdrängt weil der Ehrgeiz grösser war und er nicht damit rechnete, dass jemand das jemals nachprüft. Für das Ergebnis spielt das keine Rolle - es ist Betrug.
  • Der Umfang von über 500 Seiten ("weniger hätte auch gereicht") spricht nicht unbedingt gegen die Ghostwriter-These, denn dieser verdient an vielen (eilig zusammenkopierten) Seiten. Realistisch ist doch, dass eine Arbeit (von zu G.) angefangen wurde mit der Intention, ca. 500 Seiten zu schreiben. Wenn dann die Arbeit aus plausiblem Zeitmangel (hat sich "übernommen") nach z.B. 200 Seiten von einem Ghostwriter übernommen wird, würde man sinnvollerweise am ursprünglich vorgesehenen Umfang festhalten, um eine Konsistenz des Dokuments zu wahren.
  • Ein viel beschäftigter Politiker und Familienvater hätte wahrscheinlich eher eine Arbeit mit ausreichenden 200 Seiten abgegeben, anstatt 500 zu schreiben. Er war wohl wirklich viel beschäftigt, er hatte, seit er 2002 Bundestagsabgeordneter wurde, wohl folgende Posten inne:
    • Obmann im Auswärtigen Ausschuss
    • Rüstungspolitischer Sprecher seiner Fraktion
    • Leiter des Fachausschuss Aussenpolitik in der CSU
    • Vorsitzender der deutsch-britischen Parlamentarier-Gruppe
    • Vizepräsident der Südosteuropa-Gesellschaft
    • Beirat der Bundesakademie für Sicherheitspolitik ( http://www.blick.ch/news/ausland/hatte-er-einen-ghostwriter-166889 )
  • Ein Ghostwriter hätte keine Motivation - zumal das ja zusätzliche Arbeit macht - gehabt, richtig zu zitieren, da sich der Auftraggeber niemals über ihn beschweren oder ihn gar anzeigen könnte.
  • Die stillschweigend übernommenen Textpassagen befinden sich z.T. an sehr exponierten Stellen. Dass ein Autor, der seine Arbeit selbst verfasst hat, diese mit einem umfangreichen Plagiat einleitet, ist schwer vorstellbar. Dieses Verhalten passt eher zu einem Ghostwriter, der sich nicht mit der Arbeit identifiziert.
  • Die plagiierten Texte einzelner Autoren sind über mehrere Seiten verteilt: professionelles Copy & Paste.
    s. Seite 16 und 30, 35 und 359
  • Die Überarbeitung hat den Charakter einer stilistischen bzw. redaktionellen Überarbeitung. Plausibel ist diese im vorliegenden Umfang nur, wenn dem Redakteur eben nicht bekannt ist, daß die Textstelle ein Plagiat ist. Hätte er es gewußt, hätte er den Text entweder stärker überarbeitet, um das Plagiat zu verschleiern, oder das Zitat als sollches gekennzeichnet und stehen lassen.
  • Die bisher bekannten, (nahezu) wörtlich übernommenen und nicht als Zitat gekennzeichneten Passagen entstammen überwiegend Texten, die als Quellen für rechtswissenschaftliche Arbeiten eher untypisch sind (Buchrezensionen, Tageszeitungsartikeln, behördlichen Informationstexten und sogar aus einer an der FU Berlin geschriebenen Hausarbeit). Solche Quellen fallen eher aus dem Vergleichsraster für Plagiarismusprüfungen. Von einem erfahrenen Ghostwriter ist zu erwarten, dass er/sie dies in Kombination mit leichten Umformulierungen (vgl. "vor rund 200 Jahren" -> "vor über 215 Jahren") ausnutzt, um der manuellen wie softwarebasierten Erkennung von Plagiaten entgegenzuwirken.
  • Guttenberg war mit anderen Dingen ("Familienvater", Anlageberatung f. Familienbesitz, Aufsichtsrat, Kreistag, Bundestagskandidatur, Bundestag) beschäftigt in der Zeit, als er angeblich seine Doktor-Arbeit fertiggestellt hat.
  • Er hat sich sofort am Mittwoch gegen den Verdacht verwahrt, einen Ghostwriter beschäftigt zu haben, obwohl ihm das anfangs noch niemand vorgeworfen hatte und es eigentlich selbstverständlich ist, dass man seine Diss selber schreibt.
  • In der ersten Stellungnahme sprach zu Guttenberg davon, dass "vereinzelt Fußnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt" worden sein könnten. Das spricht dafür, dass ihm die vielen (bisher. 18.2.-15.00. 117) "übernommenen Stellen" gar nicht bekannt waren. Er redet also "wie ein Blinder von der Sonne" (Zitat eines Unbekannten).
  • Guttenberg wäre so ein Risiko sicher nicht bewusst eingegangen, zumal der Gewinn durch den Doktor-Titel (ein nettes Schmankerl, keine Voraussetzung um Minister zu werden) in keinem Verhältnis zu dem Risiko einer falschen ehrenwörtlichen Versicherung steht.
  • "Et hätt noch immer joot jejange.": In allen Parteien hilft man politisch sehr engagierten Studenten hier über eine wissenschaftliche Hausarbeit dort über ein Diplom und das alles bei der Partei nahestehenden Professoren, die das eine oder andere Äuglein zudrücken. Das läuft zuverlässig ohne das geringste Aufsehen. Die Ghostwriter sind seriöse Freunde oder Mitarbeiter, deren wirtschaftliche Grundlage eng mit der Partei verknüpft ist. Guttenberg wird das Risiko, 'verpetzt' zu werden, als vernachlässigbar eingestuft haben.
  • Die Stellungnahme Guttenbergs (18.02.2011) enthält auffällige distanzierende Passiv-Wendungen (fehlendes Agens, Nominalisierungen): "Sie [die Diss.] ist […] entstanden.", "Sie enthält – fraglos - Fehler.", "Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht.", "Und sollte sich jemand hierdurch oder durch inkorrektes Setzen und Zitieren oder versäumtes Setzen von Fußnoten […] verletzt fühlen, so tut mir das aufrichtig leid." (Sobald Guttenberg über seine Aufgaben als Verteidigungsminister zu sprechen beginnt, scheint die Verwendung des Personalpronomens "Ich" anzusteigen) - Psychologisch bedeutet das: "Das ist gar nicht meine Arbeit, da stehe ich nicht hinter!"
  • Ebenso auffällig ist der einleitende Satz seiner Stellungnahme vom 18.02.2011: "Meine von mir verfasste Dissertation …" Wenn es für jemanden selbstverständlich und präsent ist, dass seine Dissertation auch von ihm geschrieben wurde, ergibt es keinen Sinn, nicht nur "Meine Dissertation" oder "Die von mir verfasste Dissertation" zu sagen. Herr zu Guttenberg unterscheidet aber offensichtlich sehr wohl zwischen "meine" und "selbst verfasst", weswegen er auch beide für ihn unterschiedliche Aspekte betont.
  • Auch die These, dass dem jungen konservativen Emporkömmling - ein absichtlich schludernder Ghostwriter untergejubelt wurde, ist nicht von der Hand zu weisen. Denn der Zeitpunkt, an dem die Katze aus dem Sack gelassen wird, ausgerechnet zu Beginn eines Superwahljahres, nutzt den politischen Gegnern außerordentlich. Es muss sich nur ein Illustriertenverlag finden, der dem GW genug Honorar anbietet, damit er wie Herr Pfeiffer (Barschelaffäre) aus der Deckung auftaucht und exklusiv auspackt. Wenn es ihn denn wirklich gibt, wird er es auch irgendwann tun.
  • Zitat aus dem obersten SZ-Artikel (18.2.11): " In der Ghostwriterszene gebe es viele schwarze Schafe, die für wenig Geld grandiose Abschlussarbeiten versprechen, meint Maier. Diese würden nur 20 Euro pro Seite verlangen - dementsprechend oft fänden sich in den Arbeiten Stellen mit Plagiaten: "Die können das ja sonst gar nicht anders leisten." Dieser Meinung ist auch Nemet: "Wenn Autoren wenig Geld bekommen, ist die Motivation natürlich gering." ...." - War Gutti vielleicht doch zu geizig?
  • [Vorsicht, mit persönlicher Meinung untermalt] Ihm fehlt die intellektuelle Tiefe. Er kann ganz sicher hervorragend präsentieren und verkaufen. Als Leistungsträger hat er bislang aber nur ein eher durchschnittliches und von guten Beratern choreografiert wirkendes Management betrieben.
  • Viele der Quellen sind eindeutig aus dem Internet kopiert. Das Auffinden und Sichten solcher Texte ist nicht trivial, und insbesondere für jemand der das nicht professionell (er hat ja als Politiker seine Leute dafür) oder damit aufgewachsen ist, ist das wohl äußerst umständlich.
  • Einige der Internetquellen sind nur durch einen Account abzugreifen, so der reichlich genutzte Account von http://www.jstor.org. Wer da im fraglichen Zeitraum 2006 auf die 62 auf gutenplag gelisteten Stellen zugegriffen und teilweise an den Wissenschaftlichen Dienst für die am 23.2.2011 in der Fragestunde des Deutschen Bundestages zugegebenen Übersetzungen weitergegeben hat, das sollte doch in einer Art Amtshilfe von JSTOR zu packen sein. Hat man diesen wer, so wird man auch noch andere Übersetzungsgrundlagen - vielleicht wiederum unter jstor.org - erschließen.
    • http://www.jstor.org/pss/845582 = John R. Vile: American Views of the Constitutional Amending Process: An Intellectual History of Article V = Kategorie:Vile 1991
    • http://www.jstor.org/pss/3183653 = Jack Rakove: Europe's Floundering Fathers = Kategorie:Rakove 2003
    • Kategorie:ÜbersetzungsPlagiat
    • Kategorie:Übersetzung
  • Der grösste Stilbruch findet sich zwischen dem Vorwort und dem gesamten Rest des Textes. Das Vorwort ist so unleserlich chaotisch in seiner logischen und sprachlichen Struktur (“Kairos der Fertigstellung”) (Originaltext zum Anhören: http://www.youtube.com/watch?v=xDzzokhlDbk), dass es bereits bei Erscheinen der Arbeit Anlass zu ironischen Rezensionen (www.gbv.de/dms/faz-rez/FD1200903182195450.pdf) gab. Der Rest der Arbeit ist dagegen erstaunlich lesbar, und gerade die subtilen Bearbeitungen des Plagiators zeigen (neben einer Neigung zur längeren Phrase), ein hervorragendes Verständnis für sprachliche Nuancen und die Logik des Textes. Es wäre also nicht überraschend, wenn sich das Vorwort als einziger genuiner Beitrag des “Autors” herausstellt.
  • Die umfangreichen aus dem Englischen plagiierten Passagen sind sehr professionell übersetzt. Sie lösen sich souverän von der englischen Vorlage und sind nur durch das Fehlen deutscher Quellen als Übersetzung zu erkennen. Das erwartet man eher von einem erfahrenen literarischen Fachübersetzer als von einem studierten Juristen, selbst wenn er in seinen Sommerferien Plato im Original liest. [Dieses Argument ist inzwischen nicht mehr relevant, denn Guttenberg hat gestanden, den Übersetzungsdienst des Bundestages für die fremdsprachlichen Plagiate genutzt zu haben.]
  • Die aktuellen Fundstellen belegen, dass die Arbeit zu einem sehr großen Teil aus Ideen, ja sogar aus Textbausteinen anderer Autoren besteht. Wie lässt sich das erklären? Zeitnot? Nicht nur, die Recherchen nehmen auch viel Zeit in Anspruch. Denkbar ist, dass der Autor der Doktorarbeit in diesem Gebiet nicht sonderlich firm ist und deswegen auf das geistige Eigentum anderer zurückgreifen musste.
    Denkbar ist, dass die Doktorarbeit in großen Teilen von Frau zu Guttenberg geschrieben wurde (dies ist ausdrücklich nur eine Theorie, nichts davon ist auch nur ansatzweise erwiesen).
    Dafür spräche:
    - Stephanie zu Guttenberg ist sehr smart, aber nicht vom Fach.
    - Neben ihren Muttersprachen Deutsch und Schwedisch spricht sie Englisch, Französisch und Italienisch fließend. Es sind bereits jetzt Textplagiate gefunden worden, die vom Englischen perfekt ins Deutsche übersetzt wurden. Ist zwar sehr schwierig, aber man sollte weiter in den anderen Sprachen recherchieren.
    - Eine enge Zusammenarbeit bei der Erstellung der Arbeit ist ist mit der Ehefrau perfekt möglich.
    - Von der eigenen Frau braucht man nichts zu befürchten, d.h. keine Erpressung, kein Druckmittel.
    - Ausserdem kann sich diese Art des "Teamworks" mit der Zeit mehr und mehr so ergeben haben.
  • Ebenfalls vorstellbar scheint mir, dass ein Ghostwriter die Arbeit zusammenkopiert hat - ohne irgendwelche Änderungen - und zu Guttenberg diese Korrektur gelesen hat, ohne zu wissen, dass es sich um Plagiate handelt. Verglichen mit dem Vorwort, würden die Änderungen zu Guttenbergs Stil passen, allerdings sind sie zu gering, um ein Plagiat auch nur ansatzweise zu verschleiern. Das weist für mich daraufhin, dass er selbst nichts von den Plagiaten geahnt hat, denn ansonsten hätte er sicherlich größere Änderungen vorgenommen, um sie zu verschleiern.
  • zu Guttenberg übernimmt an zwei Stellen die fehlerhafte Schreibweise des Namens seines Freundes, CSU-Kollegen aus Oberfranken und Dozenten und Prüfer von der Uni Bayreuth Joachim Wuermeling in der Form "Würmeling" (auf S. 377 und 380). Hätte er selbst plagiiert, wäre ihm zumindest dieser Fehler ziemlich sicher aufgefallen.


Das vermeintliche Argument, es sei fragwürdig, warum Guttenberg den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages nicht eingespannt hat, obwohl das eine Menge Arbeit spart, kann als widerlegt gelten: Laut ARD-Hauptstadtstudio hat Guttenberg bzw. der Ghostwriter den wissenschaftlichen Dienst genutzt, und die entsprechenden Stellen in der Dissertation auch so gekennzeichnet. Siehe hierzu in der Dissertation die Fußnoten 564 (auf S. 199), 734 (auf S. 253), 1 (auf S. 373) und 83 (S. 391).


Argumente gegen die Ghostwriter-These

Es mögen Dritte beteiligt gewesen sein, jedoch mit Sicherheit kein Ghostwriter. Denn Ghostwriter ist ein Beruf, dessen Stand im Gegensatz zu manch anderen in dieser Gesellschaft eine Berufsehre besitzt. Er fertigt - ebenso wie die Mode-Designer - feine Dinge für einen erlesenen Kundenkreis. Dieser Berufsstand lebt von der Qualität seiner Werke. Die Qualität der wissenschaftlichen zeichnet sich dadurch aus, dass sie eben gerade diesbezüglich höchsten Ansprüchen genügen und dabei zum Fortschritt in der Wissenschaft beitragen. Mit Genialität im Ansatz, Brillanz in der Argumentation und einigen anderen Zugaben entstehen auch nichtwissenschaftliche Kostbarkeiten Diese wiederum bestimmen Image und Marktwert des Ghostwirters (und nicht etwa die hochglänzenden Internetauftritte, die überall für ein Taschengeld zu haben sind). Während der (angehende) Akademiker also in erster Linie die Aufwertung seines eigenen Namens anstrebt, zielt die Arbeit des Ghostwriters auf die Erstellung einwandfreier Werke ab. Plagiate sind für diese Berufsgruppe Fundstücken vom Basar vergleichbar, die ein Modekönig als seine Schöpfung präsentieren wollte. Die gravierenden Folgen eines solchen Handelns sind absehbar...

Somit erscheinen folgende Argumente nicht haltbar:

- Die Klientel eines Ghostwriter ist keinesfalls daran interessiert, bedrucktes Papier zu erwerben. Sie will Ziele erreichen. Dazu können auch knappe 200 Seiten reichen, die jedoch gern wie 550 vergütet werden, wenn diese Ziele sicher erreicht und dauerhaft unanfechtbar bleiben. Denn die dauerhafte Gewähr ist wesentlicher Bestandteil dieser Ziele.

- Die Motivation eines Ghostwriters zum korrekten Zitieren wird gerade durch diese Ziele bestimmt. Die sehr geringe Arbeitsersparnis eines Profis steht hier in keinem Verhältnis zu dem daraus resultierenden langfristigen Schaden.

- Ohne Identifikation mit der Klientel und dem Werk, wird es der Ghostwriter nicht schaffen, die gerade genannten Ziele zu realisieren. Ohne deren Realisierung wird es ihm selbst jedoch kaum gelingen, sich über Jahrzehnte im seinem Beruf behaupten zu können.

- Die Identifikation des Ghostwriters mit der Klientel dient auch dazu, Stilbrüche zu vermeiden. Zu seinem Handwerk zählt auch die Aufgabe, Werke in einem einheitlichen und gleichzeitig dem Kunden entsprechendem Stil zu fertigen. Ein Ghostwriter hätte also die "unleserlich chaotisch in seiner logischen und sprachlichen Struktur" des Vorwortes auf ein solches Maß reduziert, mit dem sich der Rest des Werkes schadlos hätte prägen lassen.

- Aus den vorgenannten Gründen geht auch hervor, dass eine Veräusserung diskreten Wissens an die Medien nicht möglich ist. Es wäre für den Ghostwriter wohl die allerletzte Einnahme aus diesem Business, denn der Name steht für Diskretion. Verständige Klientel schafft diesbezüglich einen Ausgleich, indem die oben genannten nicht gelieferten 350 Seiten eben trotzdem vergütet werden.

- Aus selbigen Gründen wird auch deutlich, dass zusammenkopierte Werke wohl von Dritten nicht aber von einem Ghostwriter stammen können.

- Schließlich spricht auch der grottenschlechte Stil, der kopierten oder nur geringfügig abgewandelten Fundstellen gegen die Beteiligung eines Ghostwriters. Er entspricht dem typischen unqualifizierten Stil ehrlicher Wissenschaftler, die sich beim Versuch etwas Wissenschaftliches ausdrücken, auf der Tastatur die Finger brechen. Ein solcher Stil kann jedoch nicht dem eines Ghostwriters entsprechen, aus dessen Feder schon nach wenigen Berufsjahren tausende Seiten beschriebenen Papiers hervorgegangen sind.

Variante B: Die Mitarbeiter-Theorie - erst selbst angefangen, dann HilfeBearbeiten

These: Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter seines Bundestagsbüros hat die wegen Zeitmangels "liegengebliebene" Dissertation zu Ende geschrieben.

Möglicher Ablauf:

zG fing mit der Arbeit an - später als er zu wenig Zeit hatte, hat er sich Hilfe geholt - und die (keine Profis) hatten dann den Hauptteil der eigentlichen Arbeit zu erledigen. Kann es sein, dass dabei der Überblick über die Fussnoten/Referenzen verloren ging? Und dies dann später zG beim Redigieren keinem -vor allem ihm- mehr 'auffiel', da er nicht mehr genügend Überblick besass und daher die Plagiate der Helfer nicht mehr als solche erkannte, sondern sie als deren Textvorschläge ansah - die er dann (meist) übernahm ??? Das würde einiges erklären - auch wie sich zG heute erklärt - das ändert aber natürlich nichts an der Ungültigkeit der Diss.

Das Ganze wäre dann eher eine (wissenschaftlich wenig geglückte) Gemeinschaftsarbeit von zG mit seinen (Bundestags?-) Mitarbeitern.

Wie unter Bundestagsabgeordneten üblich, hat wohl auch Herr von Guttenberg ab 2002, also rund zwei Jahre nach Beginn des Dissertationsvorhabens, einen oder mehrere wissenschaftliche Mitarbeiter (junge Akademiker) und studentische Hilfskräfte beschäftigt, die ihm bei seiner Doktorarbeit zugearbeitet haben könnten.
- In den Raum gestellt von Macbeth2.0 02:51, 19. Feb. 2011 (UTC)

Dafür spricht:

  • Die bisher identifizierten Plagiate sind nicht gleichmäßig über die Arbeit verteilt. Es finden sich auffällige Cluster (Anhäufungen) von Plagiaten (bspw. Seiten 70-125 sowie 300-350) innerhalb derer fast jede Seite Fremdtext enthält, während es im Rest der Arbeit immer wieder Bereiche von 10 oder mehr Seiten gibt, innerhalb derer (bisher) keine einzige problematische Textstelle entdeckt wurde. Dies könnte dadurch zu erklären sein, dass die Arbeit in den Teilen, welche urheberrechtlich unproblematisch sind, aus der Feder des Ministers in der Anfangszeit (2000-2002) stammt, die problematischen Teile der Arbeit aber zu einem späteren Zeitpunkt von einer zweiten Person geschrieben wurden. Der wohl dreisteste Textklau findet sich darüber hinaus in der Einleitung, welche üblicherweise in der letzten Entstehungsphase der Arbeit verfasst wird. Entspränge die Arbeit dagegen aus der Hand eines einzigen Verfassers/Ghostwriters wäre die ungleichmäßige Verwendung von Fremdtexten innerhalb der Arbeit nicht nachvollziehbar. [Anm: widerlegt; grössere plagiatfreie Bereiche gibt es inzwischen nicht mehr].[<-- Zeigt die Grafik nicht etwas anderes?][Die "plagiatfreien" Bereiche sind auffälligerweise vorwiegend Stellen, die die Verfassungsgeschichte der USA abhandeln. Dort liegt es natürlich nahe, dass die Quellen englischsprachig sind und ein möglicherweise 1:1 übersetztes Original bisher einfach nur noch nicht gefunden wurde] (weitere Anm.: So könnte es definitiv sein! Deshalb auch hier die Anregung: Schickt den deutschen Text durch ein Übersetzungsprogramm und prüft dann die "Rückübersetzung". Wenn die Rückübersetzung genügend lang ist, werdet Ihr schon was finden!!!). Die plagiatfreien Bereiche stammen vermutlich gerade nicht von Guttenberg oder seinem Ghostwriter, sondern von "echten" Wissenschaftlern in der Bundestagsverwaltung. Das beste Beispiel sind die Seiten 199-214, die laut Fussnote (vermutlich wörtlich) aus einem für den Verfasser erstellten Gutachten übernommen wurden.
  • Die Theorie, die Arbeit habe ein professioneller Ghostwriter geschrieben, ist jedenfalls durch das (entweder der Dummheit oder Gleichgültigkeit des Verfassers geschuldete) Faktum, dass die Einleitung im Wortlaut aus einem im Internet frei verfügbaren (und nachschlagbarem) Zeitungsartikel abgeschrieben wurde, widerlegt.
  • Für die Mitarbeiter-These spricht weiterhin, dass sie mit den bisherigen Statements des Ministers vereinbar ist: Dieser behauptet bis heute, seine Arbeit sei kein Plagiat und er habe nicht bewusst getäuscht. Auch tat er (ungefragt!) umgehend kund, er habe keinen Ghostwriter beauftragt. Die hier vertretene These würde die Aussagen des Ministers stützen: Hinsichtlich der von ihm geschriebenen und urheberrechltlich unproblematischen Teile ist die Behauptung des Ministers, nicht bewusst plagiatiert zu haben, wahrheitsgemäß. Weiter ist auch zu bezweifeln, dass er darüber im Bilde war, wie schamlos der Zweitschreiber sich aus Drittquellen bedient. Und schließlich: Ein festangestellter und mit Steuern finanzierter wissenschaftlicher Mitarbeiter ist kein Ghostwriter (im Sinne einer Berufsbezeichnung). [Anmerkung: Falsche Darstellung des Statements: Er hat ganz explizit ausgeschlossen - das allerdings unaufgefordert -, dass Mitarbeiter seines Büros mitgewirkt habem. Zitat: "Sollte jemand auf die Idee kommen zu behaupten, Mitarbeiter meiner Büros hätten an der wissenschaftlichen Erarbeitung meiner Dissertation mitgewirkt, stelle ich fest: Dies trifft nicht zu", betonte der Minister. "Die Anfertigung dieser Arbeit war meine eigene Leistung". (http://www.n-tv.de/politik/Neue-Vorwuerfe-gegen-Dr-Guttenberg-article2622776.html)] [Anmerkung zur Anmerkung: Man beachte die Einschränkung: "an der wissenschaftlichen Erarbeitung" - das kann man schon sehr eng Auslegen. Böswillig: "Von mir kommt der Zettelkasten mit den Ideen, die reine Schreibarbeit zählt nicht... ;-)"] [Anmerkung zur Anmerkung zur Anmerkung ;): Richtig, aber der Ausgangspunkt ist oben, dass Guttenberg gesagt hätte, er hätte keinen GHOSTWRITER beauftragt und diese Äußerung dann Mitarbeiter nicht einschließen würde. Also, dass er nicht gelogen habe, wenn Mitarbeiter für ihn Arbeit gemacht hätten im Rahmen der Diss. Das ist einfach faktisch falsch. Deine böswillige Auslegung ist hingegen legitim und logisch; dem sprachlich feinsinnigen Guttenberg ist das ja vielleicht auch zuzutrauen.]
  • Dass Guttenberg persönlich die plump-dreisten und jeglicher wissenschaftlicher Handwerkskunst widersprechenden Fremdtextübernahmen vorgenommen haben soll, scheint angesichts seiner Person, der durch ein Auffliegen solchen Betruges drohenden Gefahr für die angestrebte Karriere und dem erfolgreich absolviertes Jura-Studium (Dass er bei den hierbei verfassten Studienarbeiten durch Betrugsversuche aufgefallen wäre ist jedenfalls nicht belegt) höchst abwegig.
  • Die Dissertation wurde im Jahr 2000 angemeldet. Damals hatte von Guttenberg noch keine politischen Ämter inne und war mit seiner Festanstellung im Münchener "Familienunternehmen" (Jahresumsatz 25.000 Euro - sic!) wohl auch nicht übermäßig belastet. Daher hatter er bis 2002, als er sein Bundestagsmandat übernahm, genug Zeit sich persönlich mit seiner Dissertation zu beschäftigen. Danach wuchs die Arbeitsbelastung durch die in Fahrt kommende Karriere stetig an. Dazu kam eine zusätzliche Verantwortung als Vater zweier Töchter im Kleinkindalter.
  • Seine (unterstellte) Intelligenz, der unbestritten erhebliche Ehrgeiz sowie seine Herkunft (Akademikerfamilie) sprechen dagegen, dass Herr von Guttenberg von Anfang an plante, die Dissertation von einem Ghostwriter schreiben zu lassen.
  • Belege für die unterstellte Intelligenz?
  • Es spricht mehr dafür, dass sich Herr von Guttenberg irgendwann zwischen 2004 und 2006 mit der Erkenntis konfrontiert sah, dass er die Doktorarbeit auf Grund der Arbeitsbelastung als Bundestagsabgeordneter und CSU-Emporkömmling nicht unmittelbar und wegen seiner angestrebten Politik-Karriere wohl auch niemals später zu Ende schreiben werden könne. Ein Sich-Abfinden mit dem endgültig gescheiterten "Projekt Doktortitel", war mit dem Charakter des erfolgsverwöhnten Aufsteigers nicht kompatibel. Die Deligierung der Arbeit an eine zweite Person, unter Inkaufnahme des Promotionsbetruges, war demnach eine - wenn in seiner Person auch konsequente - Verzweiflungstat.
  • Während der Großteil viele der Bundestagsabgeordneten auf ihren Internetseiten Informationen über die beschäftigten Mitarbeiter zu Verfügung stellen, fehlen entsprechende Hinweise auf der Interneteite des Abgeordneten Guttenbergs zur Gänze (Verschleierung?) - das ist bei CDU/CSU-MdBs relativ üblich. Anm: Die Mitarbeiter Björn Reich, Sebastian Meyer und Martin Bernreuther (Wahlkreis) outen sich als solche bei Xing - suche: zu Guttenberg. Außerdem ist laut Frankenpost auch Manuela Herold Mitarbeiterin im Wahlkreisbüro.
  • Wenn man in der Dissertation Guttenbergs überhaupt irgendeine Leistung erkennen kann, dann liegt diese wohl unbestritten darin, aus einem Potpourri von Textfragmenten von Verfassern unterschiedlicher wissenschaftlicher und unwissenschaftlicher Prägung, einen Text zu produzieren, der sowohl in der Argumentationskette so logisch als auch stilitisch so kongruent zu seien scheint, dass selbst den drei (dem Alter nach) erfahrenen Hochschulprofessoren in Ihrer Funktion als Gutachter nicht die Alarmglocken läuteten, sondern selbige "doktor subito" proklamierend, dem Verfasser das höchste Prädikat summa cum laude erteilten. Frei nach dem Motto: (dem) "Adel verpflichtet". (Titel eines Filmes von John Dighton und Robert Hamer - reicht das als Angabe?)
  • Die nicht von der Hand zu weisende redaktionelle Leistung aus den "in mühevollster [ mühevollerKorrektur, vorher . In der mündl. Erklärung hat zG den Superlativ gewählt] Kleinarbeit" (O-Ton d. Ministers) zusammengeklauten Textfragmenten ein lesbares, nicht als (neudeutsch) Mashup zu erkennendes Endprodukt herzustellen, spricht dafür, dass hier ein sprachlich-stilistisch überdurchschnittlich begabter Mensch am Werk war. Die Vermutung drängt sich auf, es könnte sich hierbei um einen Redenschreiber aus dem Kreise der Mitarbeiter Guttenbergs handeln.
    • Super Lapsus: KT ist stylistisch überdurchschnittlich begabt, aber nicht stilistisch. So manche kleine Änderung an übernommenen Textpassagen ist stilistisch grauenhaft.
  • Auch die Aussagen seines Doktorvaters ("Er war einer meiner besten [Doktoranden-] Seminarteilnehmer!") sprechen für die Theorie, dass Guttenberg die Arbeit in den ersten Jahren ihrer Entstehung tatsächlich selbst verantwortete.
  • Es ist mittlerweile bekannt, dass der Verfasser der Arbeit an einigen Stellen den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags als Sekundärquelle aber auch als Primärquelle zitiert. Diese Zitate stammen laut Fußnoten aus Rechercheaufträgen des Bundestagsbüros von Guttenberg. Ein außenstehender Ghostwriter könnte solche (zielgerichteten) Rechercheaufträge nicht in Auftrag gegeben haben. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter hätte aber freie Hand bei der Inanspruchnahme des wissenschaftlichen Dienstes für die Ausarbeitung wesentlicher Fragestellungen der Arbeit: Rechercheaufträge der Abgeordneten werden üblicherweise von ihren Mitarbeitern erteilt (so die FAZ). Das ist so richtig, Aufträge an die Wissenschaftlichen Dienste werden in den seltensten Fällen von den MdBs selbst, sondern zumeist von ihren wiss. Mitarbeitern für den MdB veranlasst. Die Mitarbeiter in den Wissenschaftlichen Diensten wundern sich nicht selten über die exotischen Themen und haben häufiger den Verdacht, dass sie so dann Zuarbeit zum Promotionsvorhaben eines Mitarbeiters leisten. An MdBs dachte man in den Wissenschaftlichen Diensten bisher selten.
  • Die Dissertation des Herrn Guttenberg zum Dr. jur. weist einen starken politikwissenschaftlichen Bezug auf (historische Entwicklung von Verfassungssystemen, etc.). Viele der plagiatierten Textfragmente stammen von (hochkarätigen) Verfassern aus dem Bereich der Politikwissenschaften, aus Zeitungsartikeln sowie auch nicht-wissenschaftlicher Literatur (bspw. dem vom Bildungsministerium herausgegebenen Schülerblättchen "Informationen zur politischen Bildung" - sic! - ist nicht vom "Bildungsministerium", sondern von der Bundeszentrale für politische Bildung und ist fachlich idR sehr gut und auch für Unibetrieb/Interessierte Öffentlichkeit). Es scheint daher unwahrscheinlich, dass es sich bei dem (Mit-)Verfasser um einen Rechtswissenschaftler handelte. Letzterer hätte sich schwerpunktmäßig bei der einschlägigen rechtswissenschaftlichen Literatur "bedient"; ebenso ein professioneller Ghostwriter für juristische Dissertationen.Wahrscheinlicher ist in Anschauung der Quellenwahl, dass hier ein angehender Poltikwissenschaftler oder gar eine studentische Hilfskraft jüngeren Semesters am Werk war.

Spekulationen über konkrete Mitarbeiter auf externen Vorschlag hin gelöscht, da die Namensnennungen hier evtl. rufschädigend sind. Die Namen finden sich natürlich immer noch in der Seitenhistorie. Bisher liegen aber keine ernst zu nehmenden Hinweise auf einen Ghostwriter vor. PlagDoc (Diskussion) 16:52, 6. Feb. 2013 (UTC)

Variante C: Argumente gegen die Ghostwriter-These - alles selbst zusammengeschnipseltBearbeiten

  • Es ist immer zu befürchten, dass der Ghostwriter sich offenbart und dadurch alles ans Licht kommt (wenn er es beweisen kann.) [1) nicht unbedingt insbesondere wenn er aus der eigenen Familie kommt - erklärt vielleicht auch der 'stümperhafte Ghostwriter'. 2) Es gibt "Vermittler" in der GW-Szene. So lernen sich Schreiberling und Auftraggeber niemals kennen, vielleicht sitzt nun irgendwo ein Menschlein und denkt sich "Ups, das hab ich doch vor ein paar Jahren zusammengeschustert."]
  • Einen Ghostwriter zu beschäftigen wäre moralisch verwerflicher, als abzuschreiben und falsch zu zitieren. [Ghostwriter ist ein sehr weiter Begriff - es geht vom Erstellen von Passagen bis zum kompleten Erstellen. Vielleicht hat es ja ganz sanft angefangen - er brauchte lange für die Erstellung der Diss., sein Doktorvater *1934, bei Beginn der Arbeit etwa 66 J., wurde älter, man hat ihm angeboten, "bei der Formulierung/beim Abschluss der Arbeit zu helfen"...]
  • Einige der kopierten Passagen wurden leicht verändert, teilweise durch einfügen von "zusätzlichen" Anführungszeichen. Diese "Unart" normale Wörter so zu schreiben verwendet Guttenberg auch in seinem - sicherlich selbst verfassten - Vorwort; Das spricht vielleicht dafür, dass er den Text selbst zusammenkopiert hat. - Dagegen spräche allerdings, dass der Ghostwriter das Vorwort und diese Attitüde des "Barons" kennt oder kannte und sie zur Verwischung der "Zitate" übernahm, zumal er ihm ja sicher persönlich bekannt gewesen war, bzw. gleich direkt aus Partei/Bundestagsverwaltung kam. [1) Ist nicht schon im Vorwort kopiert worden? (In der Einleitung, oder?) - Es könnte auch eine "Eigenheit" des Ghostwriters sein. 2) Es könnte durchaus sein, dass Guttenberg sich Teile des Textes schreiben ließ und dann nachher diesen Text überarbeitete - im Glauben, das habe der Ghostwriter selbst geschrieben.]
  • Ein Ghostwriter schreibt nicht fast 500 Seiten, wenn auch knapp 200 für eine Dissertation reichen!
    [Hmm, weiß nicht: Ghostwriter werden soweit ich einschlägigen Seiten entnehmen kann, nach Seitenzahl entlohnt. Also heißen mehr Seiten einfach mehr Kohle für den Ghostwriter. (ohne Unterstellung oder Wertung, aber: wenn es jemanden gibt, bei dem der Preis nebensächlich ist, dann im Hause zu G.)]
  • Die verwendeten Quellen sind von einer Art - konservative Zeitungen, katholische Kaeseblaettchen, Politikerreden und -memoranden, Reisefuehrer (!) - die der Baron so zur Hand haben koennte (plausibel), eh liest, und damit 'arbeitet', wogegen ein professioneller ghostwriter 1. serioesere Quellen benutzt haette, und 2. bestimmte Quellen wie die kathol. Kaeseblaettchen wahrscheinlich kaum verfuegbar haette. (Diese Sorte Quellen wird aber auch als Argument für einen professionellen Ghostwriter gesehen weil kommerzielle Software, die auf Plagiate prüft, sich auf wissenschaftliche Quellen beschränkt und eben nicht in Reiseführern und Käseblättchen nachschaut.) [Ich glaube, Gutti hat dem GW einfach seinen Zettelkasten (mitsamt Käseblättchen) überlassen...][Wer sagt denn, dass ein Jurist den Ghostwriter gespielt hat? Im Gegenteil wirkt der ganze Text inhaltlich wie stilistisch wie von nem Nichtjuristen. These: Ghostwriterin Anna von Bayern https://www.xing.com/profile/Anna_vonBayern, http://www.sueddeutsche.de/thema/Anna_von_Bayern - siehe auch http://www.amazon.de/review/R255V0KFDN5NUK/ref=cm_cr_rdp_perm] Für diese These spräche auch ein kleines weiteres Indiz: Verwandt wurde in zu Guttenbergs Arbeit u.a. der als book on demand erschienene Reiseführer "Wildniswandern in Kanada und Alaska - zu Fuß und im Kanu" von Bernhard und Reinhard Rosenke (Quelle: welt.de) - sicher keine Standardliteratur. Anlässlich der Hochzeit von Anna von Bayern war zu lesen (http://www.braustuberl.de/dldocs/bsz-0021_dl_26.pdf ), Anna von Bayern verbinde mit ihrem Bräutigam "die Freude am Sporttauchen und an Fernreisen sowie ein tiefgreifendes Interesse für Alaska und Hunde". [Die Reiseführer-These ist inzwischen widerlegt: Das entsprechende Plagiat stammt eigentlich aus einer Länderkunde und wurde von Rosenke ebenfalls "plagiiert".//Das ist etwas vorschnell geurteilt. Wie ein satzweiser Vergleich mit den Quellen zeigt, hat Guttenberg oder sein/e Geisterschreiber/in _wowohl_ aus der Fischer Länderkunde _als auch_ aus dem Reiseführer abgeschrieben.]
  • Die Veränderungen bei den Plagiaten sind zu geringfügig und unprofessionell - oft nur die Vergangenheitsform statt des Präsens, Satzfolge und Vokabular sind allermeist identisch. Das reicht nicht zur Maskierung, die Sache würde auffliegen, denn der Ghostwriter weiß, wogegen er antritt - google und spezielle Software mit digitalisierten Fachartikeln. Der professionelle Ghostwrite wuerde noch eine Schutzebene als 'scrambler' dazwischenziehen - es fehlt noch ein Bearbeitungschritt: Die zusammengeklaute Argumentationsstruktur muss skelletiert und auf die juristische Substanz reduziert werden (die Nennung und Interpretation der Gesetzestexte u.ae. - hier reicht eine mässige Paraphrasierung/Umarbeitung, da dies zwangsläufig auch in anderen Arbeiten so ähnlich Revue passiert ), jedoch gerade bei erklärendem, zusätzlichem blabla drumherum muss man stark paraphrasieren & die Gedanken entzerren und an verschiedenen Stellen unterbringen. Das ist hier nicht passiert, und ich kann es mir nur so erklären: Entweder ein 'böswilliger' Ghostwriter (vielleicht unterbezahlt, unzufrieden, Zeitmangel...) oder eben der Baron macht es selbst, und dann eben unprofessionell. [Oder die Ghostwriterin ist einfach kein Profi in Jura-Ghostwriting (sondern aus der Familie/Journalist/Sonstwas).]
  • Da die plagiierten Textstellen mit den Originalen fast identisch sind, dürfte ein Ghostwriter auszuschließen sein, denn dieser hätte den kompletten Text so umformuliert, dass die Plagiate nicht mehr zu erkennen gewesen wäre. (Und Guttenberg hätte die finanziellen Mittel gehabt, einen Spitzen-Ghostwriter zu engagieren!) [Der Ghostwriter hat sicher gegenüber zG kein Ehrenwort abgeben müssen, dass er das Werk selbständig geschrieben habe. Vielleicht bestand der Auftrag gerade darin, sich möglichst eng an den Zettelkasten von zG zu halten? Das Risiko für den Ghostwriter war jedenfalls in dem Moment, da zG dessen Arbeit akzeptiert hat, ausgestanden. Der Schwarze Peter lag von da an bei zur Guttenberg, egal ob er nun dreist das Plagiieren in Auftrag gegeben hat oder so naiv war, es nicht einmal zu bemerken. Die Fleißarbeit des Ghostwriters sollte man nicht zu stark herabsetzen; immerhin hat seine Arbeit auch die Promotionskommission geblendet. Wahrscheinlich war klar, dass der Doktorvater Häberle (Jahrgang 1937) keine Google-Plagiatsuche initiieren würde.]
  • Ghostwriting-Agenturen in Deutschland schließen das, was Guttenberg vorgeworfen wird, nämlich Ghostwriter engagiert zu haben, aus. "Das ist haarig", sagt der Geschäftsführer einer der größten Ghostwriting-Agenturen in Deutschland. So schlampig vorgehen wie in den monierten Zitaten dürfe man auf keinen Fall. Er habe die Berichterstattung über die Doktorarbeit in den Medien verfolgt. Wortwahl und Inhalt seien identisch geblieben. "Hätte Guttenberg sich bei uns gemeldet, wäre das nicht passiert."
  • Die FAZ vom 20. 2. 2011 verweist darauf, dass Guttenberg das Schreiben längerer Texte nicht gerade liegt und schreibt: "Vater Enoch zu Guttenberg erinnert sich, wie oft bis spät in die Nacht das Licht im Haus seines Sohnes Karl-Theodor auf dem Gelände des Schlosses in Guttenberg brannte. Irgendwann machte der kämpferische Umweltschützer den Sohn darauf aufmerksam, dass es besser sei, das Licht in der Nacht zu löschen. Doch der habe geantwortet, er sitze nachts an seiner Doktorarbeit. Parteifreunde aus der Union erinnern sich, wie Guttenberg morgens übernächtigt und mit Unmengen Papier in Sitzungen erschien. Auch das ein möglicher Hinweis auf nächtliche oder frühmorgendliche Arbeit. Hat Guttenberg im Laufe der Jahre die Übersicht verloren? Hat er irgendwann nur noch Textpassagen zusammenkopiert, um die Arbeit endlich abgeben zu können? Es wäre ihm, dessen Lieblingsbühne die Studierstube nun mal nicht ist, glatt zuzutrauen."
  • Die Stiluntersuchungen in Stilanalyse und im Forum:Guttenbergs_Stil haben weitgehende Übereinstimmungen zwischen (1) Vorwort, Einleitung, Nachwort, (2) Umformulierungen plagiierter Passagen Guttenbergisierung fremder Quellen, (3) Guttenbergs Reden im Bundestag und (4) Guttenbers Arbeit als Journalist festgestellt. Die Ghostwriter-These wird dadurch nicht widerlegt, aber weniger wahrscheinlich gemacht. Sie erfordert nunmehr, dass ein Ghostwriter den Stil Guttenbergs akribisch studiert und präzise kopiert hat - in einer Arbeit, welcher man an allen Ecken und Enden der Zeitdruck ansieht, unter der sie geschrieben wurde.

Variante D: Die Doktorvater-These: Es wurde keine fremde Hilfe in Anspruch genommen. Es fand lediglich "intensive Betreuung" durch den Doktorvater stattBearbeiten

Möglicherweise wurde die Arbeit selbständig mit den besten Vorsätzen begonnen. Als dann 2002 aufgrund der intensiveren politischen Arbeitsbelastung ein baldiges Ende der Promotion nicht mehr in Reichweite schien, wurde zunehmend die Hilfe des Doktorvaters selbst in Anspruch genommen, der sie dann in der nun publik gewordenen Form gerne gewährte. Dafür spricht einiges:

  1. Die Inanspruchnahme der Hilfe des Doktorvaters ist vom Grundsatz keine fremde Hilfe, so dass auch insofern kein gesetzeswirdriges Verhalten vorliegt. KT konnte mit bestem Wissen und Gewissen Vorwürfe des Plagiates zunächst als "abstrus" zurückweisen. Möglicherweise war er später d.h. jetzt selbst von der mangelhaften Qualität der Arbeit seines eigenen Doktorvaters, dem renomierten und geachteten Verfassungsrechtler Prof. Peter Häberle, überrascht.
  2. Für die Hilfe von Seiten des Doktorvaters spräche auch der folgende Absatz aus Wikipedia: "Von 1996 bis 2002 gehörte er [Anmerkung: KT] dem Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG, an der die Familie 26,5 Prozent der Stammaktien hielt.[17] Im Jahr 2000 [Anmerkung: das Jahr in dem KT sich zur Promotion anmeldete] beteiligte sich die Rhön-Klinikum AG an der Stiftung eines Lehrstuhls für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften bei der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth, an der Guttenberg später promovierte. Bis heute zahlt das Unternehmen jährlich mehr als 100.000 EUR an diese Stiftungsprofessur.[18] "
  3. Die fachliche Hilfe des Doktovaters birgt zunächst auch nicht das primäre Risiko unmittelbar beim Einreichen der Arbeit entdeckt d.h.eines Plagiates bezichtigt zu werden, da die Hilfe ja vom Erstprüfer selbst d.h. dem Doktorvater stammt und deshalb quasi a priori abgesegnet ist. Die augezeichnete Note "summa cum laude" ist damit vorprogrammiert, da der Prüfer seine Arbeit ja sozusagen selbst bewertet. Wird die Arbeit wie hier geschehen später verlegt und veröffentlicht, dann findet möglicherweise erstmals eine öffentliche Kontrolle statt. Mit oder ohne die hier beobachteten Folgen. Das Risiko, dass der Doktorvater sich bezüglich seiner vielleicht etwas zu intensiven Betreuung seines Schützlings outet, ist aus vielen Gründen äußerst gering - in jedem Fall aber ungleich niedriger als bei der Verwendung eines professionellen Ghostwriters (z.B. im Fall einer Erpressung).
  4. Auch folgende Sätze aus dem Handelsblatt vom 23.02.2011 erscheinen vielsagend: "Karl-Theodor zu Guttenberg ist bei seiner Dissertation von einem angesehenen Staatsrechtler betreut worden: Peter Häberle. Doch seit die Schummelvorwürfe im Raum stehen, ist der emeritierte Professor abgetaucht. Lediglich wenige Sätze ließ Häberle via „Bild“ übermitteln: „Der Vorwurf ist absurd, die Arbeit ist kein Plagiat.“ Und weiter: „Sie wurde von mir in zahlreichen Beratungsgesprächen eingehend kontrolliert.“". Die Aussage, dass es kein Plagiat sei, mag für KT gegenüber Häberle d.h. im Innenverhältnis von Doktorvater zu Doktorand durchaus zutreffend sein - falls die vorgetragene "These D" allerdings der Wahrheit entspräche, nicht mehr im (Außen-)Verhältnis von Häberle zu den zahlreichen Verfassern der Primärliteratur. Abschließend würde sich dem unbeteiligten Beobachter lediglich die Frage stellen, wer sich hier welchen Vergehens möglicherweise schuldig gemacht hätte.

Variante E: Er hat alles selbst zusammengeschnipseltBearbeiten

These: Er hat sieben Jahre lang einen erheblichen Teil seiner knappen Freizeit darauf verwandt, diese Dissertation zusammenzustellen. Er hat völlig naiv Textfragmente zu einer Collage komponiert, mit Fußnoten dekoriert und allen Ernstes geglaubt, das sei wissenschaftliches Arbeiten. Als Absolvent eines extrem traditionellen bayerischen Gymnasiums und eines reinen Auswendiglern-Studiums hat er nie gelernt, mit Quellen umzugehen und korrekt zu zitieren.

[Anm.: Im Jura-Studium wurde/wird man ab dem 1. Semester geradezu gedrillt mit dem "Erlernen wissenschaftlichen Arbeitens" incl. richtigen (!) Zitierens, Fußnoten setzen usw. durch insgesamt 6 kleine und große Hausarbeiten in den 3 Hauptfächern und i. d. R. eine noch ausführlichere Seminararbeit - letztere kann schon den Dipl.arbeiten-Umfang anderer Fächer übersteigen. Diesen Studienablauf hattejedenfalls Herr z. G. in 1990er Jahren auch, sein Studienende war 1999. Diese These geht daher im letzten Halbsatz von nicht richtigen Tatsachen das Studium betreffend aus, unabhängig davon, ob man das Studium für ein "Auswendiglern-Studium" hält oder nicht. Eine Volljuristin]

Gründe:

  • Diese Erklärung ist kompatibel mit seinem Vorwort (Zeitaufwand, Eitelkeit als Motivation)
  • Diese Erklärung ist kompatibel mit der wissenschaftsfernen Naivität, wie sie sich gleich auf der ersten Seite äußert, wo er einen geklauten Zeitungstext um eine Erklärung des Worts "Amerika" ergänzt, die für das juristische Thema der Arbeit vollkommen irrelevant ist. Wo hat er die Worterklärung her: Aus einem Reiseführer. Genau das hält der Mann für Wissenschaft: Textfragmente verschiedenster Provenienz zu einem neuen Text zu komponieren.
  • Diese Erklärung ist kompatibel mit seiner Einlassung, es seien ein paar Fußnoten falsch: Er hat bis zu diesem Zeitpunkt weder Tragweite der Anschuldigungen noch die Funktion von Fußnoten verstanden.
  • Die ungelenke Bildungshuberei des Vorworts (dreimal Kairos) setzt sich im Innern des Werks fort: zum Beispiel in dem Plagiat Seite 189 (2) mehrmals "Referenden" in "Referenda" geändert - das bringt nur ein bayerischer Leichtgewichtshumanist.
  • Es gibt solche Leute. Auf Wikipedia werden immer wieder Leute erwischt, die "Zusammenkopiertes" einstellen, und einige von denen kapieren auch nach monatelangen Diskussionen nicht, was eine Urheberrechtsverletzung ist.
  • Man kennt den Vater. Der Junge ist nicht erzogen worden: Wir sind reich, kauf dir die Welt. Sondern: Du bist mit Herkunft und Talent reich gesegnet, du musst was aus dir machen (Luk 19,12-27). Siehe den "sanften familiären Druck" im Vorwort. Er hat allen Ernstes geglaubt, mit dieser Arbeit etwas zu leisten.
  • FAZ online berichtet am 20.2., in seinem Zimmer habe bis tief in die Nacht Licht gebrannt und er sei oft übermüdet in Sitzungen gekommen: das kann man gewiss auf verschiedene Arten wegerklären, aber at face value ist es erst einmal ein weiteres Indiz für diese These
  • Ein Ghostwriter ist normalerweise in der Lage, eigene Sätze zu bilden. Es wäre für einen Ghostwriter leichter, den Text umzuformen und indirekt auf Quellen hinzuweisen als sich dem Risiko auszusetzen, enttarnt zu werden, auch von Guttenberg als Auftraggeber selbst. Und warum sollte sich Guttenberg erpressbar machen durch das Mitwissen eines Ghostwriters? Enivie 17:06, 22. Feb. 2011 (UTC)
  • Ein Ghostwriter hätte nicht 7 Jahre gebraucht. Auftraggeber, in diesem Falle wäre das Guttenberg, sind in der Regel ungeduldig und wollen immer alles sofort. Enivie 17:10, 22. Feb. 2011 (UTC)
  • So dumm kann niemand sein, dass er seine Ehefrau oder seinen Bruder für eine solche Mogelei einspannt. Da wäre er in der Beziehung erpressbar und das tagtäglich. Außerdem hätte er auch sein Gesicht vor Ehefrau und Familie zu verlieren. Da müsste er schon eine sehr beistandhafte Beziehung zu ihnen hegen und in einer Art Kind-Abhängigkeit stehen. Enivie 17:38, 22. Feb. 2011 (UTC)
  • KTzG ist einfach ein sehr schlichtes Gemüt - ohne übermäßige geistige Kapazitäten - und ihm mangelt es an Beharrlichkeit, die man für eine wissenschaftliche Arbeit benötigt. Die Dissertation hat er nur angefertigt, um seinen Vater von seiner Leistungsfähigkeit zu überzeugen. Bis dahin hatte er einige Praktika gemacht, das erste Staatsexamen und sonst war weniger zu vermelden (immerhin: Familie und Kinder). Vermutlich hat er frühzeitig seinen Hang zur großen Geste entwickelt, angekündigt, er wolle eine Diss. schreiben und kam dann mit dieser nicht zurecht. Vielleicht hat er dann alle Texte zusammenkopiert, um endlich fertig zu werden. Möglicherweise hat sich das zeitlich verschoben und er hat dann später die Zitate in der Tat nicht mehr auseinanderhalten können. Soweit gehe ich mit seiner Erklärung durchaus mit. Aber: Er hätte selbst mit Google und anderen Hilfsmitteln suchen müssen, um die Plagiate zu identifizieren und das Versäumte zu heilen. Nach über 30 Jahren zusammen mit sich selbst, hätte er Passagen identifizieren können/müssen, die er nicht selbst geschrieben haben kann. Manche der Formulierungen sind zudem so prägnant, dass es einfach ist, den Urheber zu identifizieren. Er konnte also mit leichter Hand Korrekturen vornehmen. Er hat es nicht getan. Das spricht für seine Oberflächlichkeit, seine Faulheit und seinen Mangel an Rechtsbewußtsein. Zu allem Überfluss reden wir von Rechtswissenschaften, also einer Disziplin, die durch genaues Zitieren von Urteilen das Recht weiter entwickelt. Eine solche Verfehlung ist also ein Angriff auf die Grundfesten des Rechtssystems. Denn wer will schon Richter, die demnächst freihändig die Strafen erlassen. Stattdessen muss sauber dokumentiert und argumentiert werden. Für die Kanzlerin scheint das in Bezug auf die Eignung von KTzG kein Kriterium zu sein. Ein Ghostwriter hätte sehr einfach die Textpassagen geändert. Insofern ist diese These erstmal sehr abwegig. Gegen Guttenberg spricht seine Arbeitsgeschwindigkeit: wenn jemand so viele Fremdtexte zusammenklebt, dann ist die Dauer der Entstehung seiner Arbeit ein weiterer Beleg für seine Schlichtheit im Denken.
  • Für die Schlichtheit seines Denkens spricht auch, dass er offenbar keine Angst hatte, Fremdtexte derart dreist und vielerorts unverändert zu verwenden. Deshalb ist es sogar glaubhaft, dass ihm das Unrechtbewusstsein und das Gedächtnis dafür fehlte in seiner schlichten Sorglosigkeit. Nur will sich Deutschland von einem derart naiven, gedächtnislosen Gemüt mit solch geringer Rechtskompetenz führen lassen? Er scheint ein sorgloser Show-Man zu sein. Das ist sehr gefährlich in der Politik, wo Sachverstand, Lernfähigkeit, Rechts- und Gesetzeskompetenz unabdingbar sind. Es geht hier nicht um ein Zinnsoldaten-Spiel. Enivie 21:02, 24. Feb. 2011 (UTC)
  • Er definiert sich über Titel, Gesten, Image, Ruf, Bekanntheit, Beliebtheit und nicht über sich selbst als integere Persönlichkeit. Deshalb hat er auch zu wenig Selbstbewusstsein entwickelt, um ein eigenes Werk zu schaffen, und definiert sich auch in seiner Doktorarbeit über andere, von denen er glaubt, dass sie Bescheid wissen, denn er will sich inhaltlich nicht blamieren und dem Thema gerecht werden, was er sich offenbar selbst nicht zutraut. Das ist wie bei einem Jungautor, der seine eigene Sprache noch nicht gefunden hat und sich deshalb über sein Vorbild definiert, ihn nachahmt und länger braucht, um aus dessen Schatten hervorzutreten und sich selbst zu werden. Er ist diesbezüglich so verkrampft, unsicher und ängstlich, dass er sich vollends auf andere abstützt und sie als Krücken benutzt, wobei ihm die Risiken in keinster Weise bewusst waren. Die Zusammenstellung und Archivierung des Stoffs erscheint ihm schon Leistung und Eigenwert genug, was sogar einige Autoren als Basis ihrer Arbeit nehmen, und das Wissenschaftliche fördert natürlich diese Ansicht der durchgängigen Abstützung durch Paragraphen und Aussagen von Koryphäen. Dass er sieben Jahre dafür brauchte, stützt diese These insoweit, dass Sammler immer so lange brauchen, weil sie nichts an Stoff versäumen wollen, die Collage komplett sein soll, und dann dieses Verkrampfte und die Tendenz zur Schreibblockade. Enivie 00:53, 25. Feb. 2011 (UTC)
  • Die Frage wäre, ob noch andere Bayreuther Dissertationen nicht in Ordnung sind und evtl. das Schulsystem dort gewisse Fehler aufwies zu der Zeit, wo er dort war. Irgendwo muss es doch herrühren, dass Guttenberg sich derart dämlich verhielt, wenn er - wie er behauptet - nicht vorsätzlich betrog. Dann läge die Schuld ev. am fehlerhaften Unterricht und es wurde ihm schlichtweg nicht das nötige Rüstzeug mitgegeben. Dann müssten noch andere seines Jahrgangs mit denselben Lehrern ähnliche Fehler aufweisen bzw. diejenigen mit demselben Doktorvater. Enivie 04:13, 25. Feb. 2011 (UTC)
  • Er hat vorsätzlich abgeschrieben, denn wenn er auch ein schlichtes Gemüt haben mag, was den Mut und die Risikobereitschaft zum Schummeln betrifft, sollte er nach einem ersten bestandenen Examen in Rechtswissenschaften die wesentlichen eingängig merkbaren Urheberrechte kennen, so wie sich auch weniger intelligente Autofahrer die Verkehrsregeln merken können. Enivie 04:46, 25. Feb. 2011 (UTC)
  • Es wurden wieder abgeschriebene Texte von Guttenberg gefunden in einem späteren politischen Aufsatz, es scheint wirklich seine typische Herangehensweise der Texterstellung zu sein. Das spricht gegen einen Ghostwriter, wenn man die Jahresdifferenzen bedenkt. Ghostwriter arbeiten schnell und eloquent. Enivie 20:44, 25. Feb. 2011 (UTC)
  • Für die Vorsätzlichkeit spricht auch in diesem neuen Dokument die gezielte Irreführung durch Anführungs- und Schlusszeichen, um den Eindruck zu erwecken, es handle sich nicht um ein Gesamtzitat, wobei auch hier alles komplett abgeschrieben wurde. siehe http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,747423,00.html Enivie 04:20, 27. Feb. 2011 (UTC)

Variante F: Mehrere partielle GhostwriterBearbeiten

These: Er hat gleich mehrere Personen dafür angestellt, Teile seiner Doktorarbeit zu schreiben, und den Rest selbst erledigt.

  • Teil 1 der These ist bereits belegt in Form von sämtlichen Texten, die der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags für ihn geschrieben hat. Hinzu kommen die offenbar ebenfalls vom Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags besorgten Übersetzungen aus dem Englischen, die als Übersetzungsplagiate verwertet wurden. Macht etwa ein Sechstel der Arbeit aus.
  • Teil 2 der These entspricht Varianten C und E.

Weitere mögliche Ansatzpunkte für eine ErklärungBearbeiten

  • Möglicherweise hat der wissenschaftliche Dienst des Bundestages doch mehr zu der Dissertation beigetragen, als Guttenberg in "seiner" Arbeit einräumt. [Anmerkung: Es ist unwahrscheinlich, dass die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages Schuld an den nicht gekennzeichneten Zitaten haben, denn die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages arbeiten sorgfältig. Es ist sogar auffallend, dass die einzigen "weissen Flecken" in der Plagiatslandschaft der Doktorarbeit mit bekannten Wissenschaftliche Dienst (WD)-Gutachten übereinstimmen.]
  • Es könnte in diesem Zusammenhang auch sein, dass Guttenberg Vorträge, die der WD für ihn vorbereitet hatte, für die Diss. benutzte
  • Beispiele für die Arbeit der Wissenschaftlichen Dienste findet man hier (womöglich im Archiv noch weitere von dort kopierte Textstellen): http://www.bundestag.de/dokumente/analysen/index.html
  • Sowohl/als-auch-These: Ein substanzieller Teil der Arbeit kann durchaus von einem Ghostwriter (z.B. 250 Seiten, was in der Szene üblich sein kann) bzw. einer anderen Instanz stammen, das Ganze kann dann von Guttenberg editiert, teils umformuliert, ergänzt und auf über 400 Seiten erweitert worden sein. Oder umgekehrt: Guttenberg schrieb ein Grundgerüst und der Geisterschreiber füllte es mit substanziellen Plagiaten auf. Mit dieser Variante befasst sich - konkret - auch die nachfolgende These...
  • Crowd-sourcing-These: Teile anfangs selbst geschrieben, später die Hilfe (s)einer Verbindung/Burschenschaft in Anspruch genommen, da überfordert: Teile könnten unter der Leitung eines älteren Mitglieds an Mitglieder der Verbindung out-ge-source-t worden sein, eventuell ohne deren Wissen, worum es eigentlich genau geht. Das mit "E Pluribus unum" könnte eine Art Insider-Scherz sein. Sehr interessant ist auch für was das Wort "Kairos" in den USA scheinbar auch benutzt wird: Definition "kairos" im Urban Dictionary. Eventuell ist auch sein Doktorvater nicht unwissend, oder hat ihn sogar dabei unterstützt, da er durch seine Arbeit am Anfang, als KTG noch selbst daran arbeitete, überzeugt war, dass er es auch selbst geschafft hätte, hätte er denn Zeit gehabt. Beide haben sich vielleicht auf die Qualität der von anderen beigesteuerten Teile verlassen.
  • Anhänger der Sowohl/als-auch-These sowie der Crowd-sourcing-These sollten überlegen, wie sich diese Thesen mit dem Ergebnissen der Stilanalyse verbinden lassen. Die Varianten, nach denen mehrere von unterschiedlichen Autoren verfassten Teile unkoordiniert zusammengeflickt wurden - sei es mit, sei es ohne Mitwirkung des Doktorvaters - sind danach sehr unwahrscheinlich. Die Mitwirkung fleißiger und möglicherweise sogar unwissender Helfer(innen) bei der Beschaffung der plagiierten Texte wäre deutlich plausibler und ist teilweise nachgewiesen (Wissenschaftlicher Dienst des Bundestags). Wenn "e pluribus unum" ein Insider-Scherz wäre, warum wurde es dann wie in der plagiierten Quelle falsch übersetzt? Der Scherz wäre gelungener bei richtiger Übersetzung: "aus vielen einer/eines". Das Urban Dictionary ist im günstigen Fall lustig, im ungünstigen Fall platt bis irreführend, und als Bestätigung für eine Geheimbund-These wohl von geringer Aussagekraft.

Allgemeine Informationen zu Promotionsvermittlungen und GhostwriternBearbeiten

In der Achten Änderung der Promotionsordnung des Fachbereichs Jura der Uni Bayreuth von 2010 wurde in die ehrenwörtliche Erklärung (§ 8) ein Passus ergänzt, dass keine Promotionsvermittlung oder -beratung in Anspruch genommen wurde, wobei dies nur als Hinweis dient, da Herr z.G. die Arbeit bereits vor diesem Datum einreichte. [2]

  • 'Der Spiegel' 12/2011 (Inhaltsverzeichnis) vom 21.3.2011 (S. 47 ff): Die Doktormacher
    So sehr manche Menschen mit ihren Titeln protzen, so verschwiegen ist das Geschäft damit: Berater vermitteln zahlungskräftige Kunden nach Osteuropa oder Südamerika, Ghostwriter schreiben die Arbeiten, und auch Professoren in Deutschland verdienen zuweilen mit.

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