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WO ist das Impressum? Bearbeiten

Mag sein, dass hier tatsächlich dubiose Fundstellen zusammengetragen werden. Nur, sollte das bei Nennung einen Impressums erfolgen. So ist das für mich nix anderes als eine anonyme Dreckschleuder von jemandem, der sonst nix zu sagen hat oder zu leisten imstande ist! Oder wo ist das Impressum versteckt?

Danke für den Hinweis, habe Anfrage gestellt. Conny 10:34, 18. Feb. 2011 (UTC).

Klares Plagiat! Bearbeiten

Dem Herrn Guttenberg muss der Doktortitel aberkannt werden, da es sich, und da kann er sich entschuldigen sooft er will, um ein eindeutiges Plagiat handelt. Eine Freundin musste ihre bachelorarbeit wiederholen, da man ihr unterstellt hat, ein Plagiat abgeliefert zu haben, obwohl sie Absätze, die auf einer Quelle basierten und größtenteils der Arbeit und dem schreibstil angepasst waren dies jedoch jedesmal mit Fußnoten kenntlich gemacht wurde. Wenn das schon ein Plagiat ist, dann das von unserem Herrn Verteidigungsminister erst recht. Zumal die Textstellen substantiell wichtig für das Thema der Doktorarbeit sind, das jeder 2.-semester-Politik-Student ganz ohne Plagiate hinbekommen hätte.

Ein chronischer Doktoren-Überschuss Bearbeiten

Keiner weiß so genau, wann es angefangen hat, aber die Deutschen leiden an einer Doktortitel-Manie. Eine Glosse von Roger Boyes

Neulich kam es auf einem Flug zwischen Frankfurt und den USA zu einem medizinischen Notfall. Die Stewardess wurde angewiesen, zur Vermeidung einer Panik nicht wie üblich über Funk nach einem Arzt an Bord zu fragen. Stattdessen nahm sie die Passagierliste und suchte jeden Reisenden mit einem Doktortitel am Platz auf.

Als sie endlich einen Arzt gefunden hatte, der die Not leidende Schwangere behandeln konnte, hatte sie mit drei Doktoren der Philosophie, einem Doktor der Musikwissenschaft, einem Doktor der Rechtswissenschaft, einem Doktor der Theologie sowie einem Ehrendoktor gesprochen. Zum Glück ist die Patientin wohlauf – was man von der deutschen Akademikerwelt mit ihrem chronischen Überschuss an Doktoren nicht behaupten kann.

Eine Doktortitel-Manie
Keiner weiß so genau, wann es angefangen hat, aber die Deutschen leiden an einer Doktortitel-Manie. Die meisten anderen Titel sind inzwischen irrelevant oder gar peinlich. Viele Aristokraten, die sich theoretisch „Freiherr“ oder „Freifrau“ nennen könnten, lassen diesen Zusatz weg; oft ist er eher ein Hindernis als von Vorteil. Das Attribut „Dr.“ vor dem Namen fungiert jedoch als Schlüssel zum Erfolg, als Kennzeichen von Seriosität. Im Alltagsleben der Angelsachsen hat die Doktorwürde außerhalb der akademischen und medizinischen Welt überhaupt keine Bedeutung. So wie Erwachsene schwerlich über ihre Abiturnoten reden, ist es höchst uninteressant, ob jemand seine Doktorarbeit über den auffälligen Mangel an blau gepunkteten Schmetterlingen in Südperu verfasst hat. Es gibt aber Ausnahmen: (Der deutschstämmige) Henry Kissinger bezeichnete sich stets als Dr. Kissinger, was Stanley Kubrick in der Kissinger-Parodie „Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ prompt aufnahm.

Die Doktorwürde ist nicht gerade cool

Aber seit dem Mittelalter (1359 wurde der erste Doktorgrad an einer deutschen Universität verliehen) gelten die beiden Buchstaben vor dem Namen zumindest bei deutschen Männern als Zauberkette am Hals eines Häuptlings: ein Zeichen von Stärke und Autorität. Die deutschen Frauen nehmen ihre Titel glücklicherweise weniger ernst (1754 wurde der ersten deutschen Frau, Dorothea Erxleben aus Quedlinburg, ein Doktortitel zugesprochen). Der Doktortitel mag einem Aufstieg in der deutschen Wirtschaft förderlich sein: Dr. Thomas Middelhoff leitet KarstadtQuelle, Dr. Josef Ackermann die Deutsche Bank (Thema: „Der Einfluss des Geldes auf das reale Wirtschaftsgeschehen“).

Wenn man jedoch schließlich an der Spitze steht und mit Angloamerikanern verhandeln muss, spielt man seine Qualifikation gern herunter. Das Verhältnis zwischen dem Vorstandsvorsitzenden der ehemaligen DaimlerChrysler AG, Dr.-Ing. Dieter Zetsche, und seinen zumeist seit Anfang 20 in der Autoindustrie tätigen amerikanischen Kollegen war ein wenig unausgewogen. Also strich Doc Dieter eher seine musikalische Begabung als seine lange akademische Laufbahn heraus. Und aus Dr. Ackermann wurde einfach „Jo“. Wie die deutschen Bosse feststellen mussten, ist ein Doktortitel in der globalen Wirtschaft nicht gerade cool. So versucht man seine Studienzeit zumindest in Gesprächen mit englischen Journalisten als Konfrontation mit dem wahren Leben zu verkaufen. Es war die Zeit, in der man als Taxifahrer oder bei McDonalds arbeitete, um die Miete zu bezahlen.

Der Doktorhut bringt einen weiter

Wer’s glaubt, wird selig. Tatsache ist, dass der Zeitgeist von der Elite verlangt, sich nicht elitär zu geben (Wissen Sie noch, wie Dr. Klaus Kleinfeld seine Rolex aus dem Foto retuschieren ließ, als er Vorstandsvorsitzender von Siemens wurde?). Aber der Doktorhut
hilft tatsächlich, sich überhaupt erst einmal einen Platz auf der Karriereleiter zu sichern.

Und das gilt nirgendwo so sehr wie in der deutschen Politik. In der britischen Politik ist der Doktortitel peinlich. Es gab Ärzte im Kabinett (der ehemalige britische Außenminister David Owen), und hin und wieder schlüpft ein Doktor der Soziologie durchs Netz (Denis MacShane war Großbritanniens einziger mehrsprachiger Minister für Europa-Angelegenheiten). Aber im Großen und Ganzen hält man seine akademischen Würden lieber geheim. Nicht so im Bundestag. Kanzlerin Angela Merkel promovierte mit der Dissertation „Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statischer Methoden“.

Nun berechnet sie die Zerfallsreaktion der Großen Koalition. Und warum klingt die Doktorarbeit von Außenminister Frank-Walter Steinmeier „Tradition und Perspektiven staatlicher Intervention zur Verhinderung und Beseitigung von Obdachlosigkeit“ so wenig verheißungsvoll? Vielleicht, weil die SPD demnächst auch politisch obdachlos sein könnte?

In der deutschen Politik dient der Doktortitel zuweilen gar als Angriffsfläche. Linke Aktivisten hätten schwören können, dass Dr. Helmut Kohl etwas Bloßstellendes in seiner Dissertation „Die politische Entwicklung in der Pfalz und das Wiedererstehen der Parteien nach 1945“ geschrieben haben musste. 1983 pilgerten sie scharenweise zur Universitätsbibliothek in Heidelberg und suchten akribisch nach kompromittierenden Fakten. Aber sie fanden nur eine leicht abfällige Bemerkung über das „typisch pfälzische“ Verhalten der Parteien.

Der angelsächsische Vorbehalt gegenüber Doktoren in der Politik speist sich aus der Vorstellung, dass aufstrebende Politiker eine junge, rebellische Phase durchlaufen sollten. In Großbritannien funktioniert das gut: man kann den Bachelor of Arts bis 21 absolvieren, sich ein paar Jahre erfolglos für einen Sitz im Parlament bewerben und trotzdem mit Ende 20 ins House of Commons einziehen. In Deutschland hingegen legt man gewöhnlich mit 19 das Abitur ab, geht dann zur Bundeswehr und nimmt sich ein Jahr Auszeit. Diplom (wenn es gut läuft) bis 26 oder 27, Promotion in den 30ern. Das ist ein Initiationsritus und widerspiegelt die Auffassung, dass Jungspunde in einem Parlament nichts zu suchen haben.

Der illegale Handel mit Doktortiteln boomt

Vielleicht haben die Deutschen ja Recht. Aber die Welt dreht sich dummerweise schneller, als die internen Mühlen des Bundestages oder der deutschen Wirtschaft mahlen. Im Idealfall muss man alles und so schnell wie möglich sein: jung und erfahren, hoch qualifiziert, multidisziplinär und flexibel. Der Druck ist hoch. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der illegale Handel mit Doktortiteln boomt. Ein „Doktormacher“ ist gerade in Hildesheim zu Gefängnis verurteilt wurden, weil er in mindestens 68 Fällen Promotionen arrangiert hatte. Mehrere Juraprofessoren wurden bestochen, damit sie einen Kandidaten zulassen und ihn anschließend zum Doktorgrad führen. Das Komplettpaket kostete einschließlich eines Doktorvaters und eines Ghostwriters üblicherweise mehr als 20.000 Euro. Ein Schnäppchen? Wir Engländer würden es als komplette Geldverschwendung bezeichnen. Die deutschen Wirtschaftler scheinen jedoch gern soviel zu löhnen, wenn sie sich damit die Bürde ersparen, vier Jahre in Bibliotheken herumzusitzen und in kalten Studentenbuden zu hausen. Aber eines würde ich gern klarstellen. Wenn ich während eines Lufthansa-Fluges einen Herzinfarkt bekomme, soll die Stewardess doch bitte die Doktorurkunde desjenigen überprüfen, der sich um mein Leben bemüht.
Roger Boyes
ist Deutschland-Korrespondent der britischen Tageszeitung „The Times“.

Er lebt seit zwanzig Jahren in Deutschland und schreibt die Kolumne „My Berlin“ im Tagesspiegel. In seinem Buch „My dear Krauts“ beschreibt er mit typisch britischem Humor die Eigenheiten des täglichen Lebens in Deutschland.
Übersetzung: Christiane Wagler

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online-redaktion@goethe.de
Juli 2008

Ghostwriter von Guttenberg Bearbeiten

Wurde Guttenberg vom Ghostwriter selbst betrogen?

Trotz der sehr vielen Plagiate ist die Dissertation konzeptionell und inhaltlich überdurchschnittlich. Sonst wäre sie nicht mit „summa cum laude“ benotet worden. Hatte Guttenberg die intellektuellen Voraussetzungen dafür, ein derartiges Plagiat zu schreiben? Wen jemand 7 Jahre braucht, um das kleine juristische Examen mit der bescheidenen Note befriedigend abzuschliessen, ist dies sehr fraglich. Guttenberg war ja kein Werkstudent, der sich sein Studium selbst finanzieren musste.

Wahrscheinlich war ein intelligenter und kompetenter Ghostwriter am Werk, der allerdings den Aufwand reduzieren wollte und deshalb tüchtig abschrieb. Wurde Guttenberg also von einem raffinierten Betrüger über den Tisch gezogen? Dafür würde auch die erste Reaktion von Guttenberg sprechen, als er die Plagiatvorwürfe als „abstrus“ heftig dementierte. War ihm anfänglich gar nicht bewusst, dass er selbst betrogen wurde? Es kommt ja immer wieder vor, dass ein Betrüger einem anderen Betrüger aufsitzt. Wer ist also der betrügerische Ghostwriter? Guttenberg wird ihn gewiss nicht nicht hochgehen lassen.

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