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Plagiatsaffäre: 14. April 2011 - 17. April 2011

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17. April 2011

  • FAZ: Guttenberg bestreitet Täuschung: „Habe die Übersicht verloren“ (F.A.Z./oll.) "Guttenberg bleibt bei seiner Darstellung, er habe nicht absichtlich getäuscht: Weil er über viele Jahre und in kurzen Abschnitten an seiner Doktorarbeit gearbeitet habe, habe er die Übersicht über die Quellen verloren, schreibt er in einer Stellungnahme.(...) Diese Stellungnahme hat Guttenberg an die Kommission der Universität Bayreuth abgegeben, die den Täuschungsvorsatz in seiner Dissertation prüft."
  • Frankenpost: Straffere Zügel gegen Auswüchse (Herbert Scharf) "Innenminister Hans-Peter Friedrich warnt bei der CSU-Delegiertenversammlung in Marktleuthen vor den Gefahren aus dem Internet. Er schließt auch eine Rückkehr von zu Guttenberg nicht aus. (...) In den vergangenen Wochen, als sich die Ereignisse in der Politik überschlagen hätten, habe man gesehen, wie grausam Politik und Medien sein könnten, sagte er - und spielte damit auf den Rücktritt des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg an. Da habe man gesehen, mit welch harten Bandagen hier gekämpft werde."
  • Main Post: Zu Guttenberg und sein grundiertes Fundwissen (Gisela Schmidt) "Simone Solga im Würzburger Bockshorn (...) Solga ist frech, respektlos, schnell – und eine der wenigen Frauen in Deutschland, die gutes, politisches Kabarett machen. Guttenberg bescheinigt sie ein 'grundiertes Fundwissen', (...). Es sei reaktionär, 'über Politiker zu schimpfen', sagt die Kabarettistin, 'man muss auch mal anfangen, sie zu verurteilen'."


16. April 2011

  • Menschenzeitung: “Zu Guttenberger”, lernunfähig wie Altstalinisten (Denise-A. Langner-Urso) "Zu Guttenberg hat abgeschieben, Punkt. Festgestellt haben das Menschen, für die so etwas wie Abkupferei, Lug und Betrug Dinge der Unmöglichkeit sind. (...) Das ist Diebstahl, eine Straftat somit, und es ist von öffentlichem Interesse, wenn so ein Delikt von einem begangen wird, der Vorbild sein will, oder besser es sein sollte (...). Festgestellt haben den Betrug inzwischen auch seine Doktorväter, seine Universität und jene, bei denen er abgeschrieben hat. (...) Meist sind seine Verteidiger jene, für die Menschen auch unterschiedlichen Wert haben.Seine Verbündeten, das sind jene, die alle Werte für sich anders bewerten, als sie es bei anderen tun, und das traurige daran ist, es sind jene, die herumeiern, wenn es ihnen und ihren Ämtern, ihrem Wohlstand, ihren Pfrünen ans Eingemachte geht."
  • Spiegel: Stellungnahme für Uni Bayreuth: Guttenberg bestreitet Plagiatsvorwurf "In einer an die Kommission der Universität Bayreuth gerichteten ersten Stellungnahme versicherte der CSU-Politiker, er habe viele Jahre an der Arbeit gesessen, verschiedene Datenträger benutzt, in kurzen Abschnitten gearbeitet und die Übersicht verloren. Die Uni-Kommission kann das allenfalls teilweise nachvollziehen. Einen zentralen Widerspruch sehen die Wissenschaftler offenbar bei jenen 40 bis 50 Seiten, auf denen Guttenberg mehrere von ihm selbst in Auftrag gegebene Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags referiert. Hier zitiert er über weite Strecken fast wörtlich, ohne es kenntlich zu machen. Da dies zeitlich gegen Ende der Arbeit geschehen sei, lasse es sich kaum mit Schusseligkeit erklären."
  • Tagesspiegel: Zu meinem Ärger: Im Strudel der Doktorjäger "Die künftige 'Mona Lisa'-Moderatorin Barbara Hahlweg ordnet die Medienwoche ein. [Frage:] Frau Hahlweg, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert? [Antwort:] Über die neuen Plagiatsvorwürfe. Ich hatte gehofft, das Thema Guttenberg und abgeschriebene Doktorarbeiten sei erst mal abgehakt. Jetzt steht die FDP-Vorzeigefrau Silvana Koch-Mehrin am Pranger und mich irritiert, mit welcher Lust nach weiteren Plagiaten in Promotionsarbeiten von Politikern gefahndet wird. Nichts gegen die Doktorjäger, aber mich beschleicht zunehmend das Gefühl, beständig müsse eine Sau durchs Dorf getrieben werden. Der Markt der Medien wird immer größer, schneller und gefräßiger, auch durch Online-Dienste."
  • Welt: Lammert tritt auf die Bremse (Robin Alexander und Florian Kain) Interview mit dem Bundestagspräsident. Zwei Fragen beziehen sich auf die Plagiatsaffäre: "Lammert: Für Abgeordnete und Regierungsmitglieder gilt wie für den Rest der Bevölkerung, dass sie an Recht und Gesetz gebunden sind. Und im konkreten Fall gab es ergänzend zu den Vorschriften des Urheberrechts und den einzuhaltenden wissenschaftlichen Standards ganz konkrete Regeln, die für die Beauftragung und Verwendung gutachterlicher Stellungnahmen des wissenschaftlichen Dienstes für alle Abgeordneten gelten ..." [Anmerkung M4L: Leider keine Frage zum Verzicht auf Anklage wegen Urheberrechtsverletzung]
  • Welt: Guttenberg.Koch-Mehrin und der Terror der Fußnoten (Michael Stürmer) "Wenn das Tempo der Enthüllungen nach der Causa Guttenberg so weitergeht, wird man demnächst verlangen, 'der die das' mit einer Fußnote zu versehen. Dann wird jede noch so harmlose Paraphrasierung einer Lehrbuch-Banalität zum Plagiat, jeder Doktorand ein kleiner Hochstapler, und die Qualität eines Gedankens bemisst sich dann ausschließlich nach der Zahl der Fußnoten, die sich daran heften. "


15. April 2011

  • Tagesspiegel: Kritik an Lammert "PD-Innenexperte Sebastian Edathy hat die Entscheidung von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) in Zweifel gezogen, gegen den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) keinen Strafantrag wegen der Plagiatsaffäre zu stellen. 'Der Bundestagspräsident sollte der Öffentlichkeit erläutern, warum er von der Stellung eines Strafantrages absehen will', sagte Edathy der 'Mitteldeutschen Zeitung'. 'Wenn das Urheberrecht des Bundestags verletzt wurde und das keine Konsequenzen hat, würde ein negativer Präzedenzfall geschaffen.' Zuvor hatte der Tagesspiegel berichtet, der Bundestagspräsident sehe 'keine Notwendigkeit' für einen solchen Schritt."


14. April 2011

  • ARD Mediathek: Interview mit Medienrechtler Butz Peters Sendung des Morgenmagazins vom 14.04.2011 "Zu den Plagiatsvorwürfen gegen Silvana Koch-Mehrin sagte der Medienrechtler Butz Peters, nach dem bisherigen Kenntnisstand läge kein Plagiat vor. Die Abschrift einzelner Sätze sei zwar nicht schön, mache aber kein Plagiat aus oder gefährde gar den Wissensstandort Deutschland. Ganz anders hingegen bewertete Peters die Causa zu Guttenberg."
  • Badische Zeitung: Anzeige gegen Guttenberg? (dpa/AFP) "Allerdings muss Guttenberg damit rechnen, dass ihn jemand aus den Reihen der Plagiatsopfer anzeigt."
  • Berliner Morgenpost: Auch "und" gilt bald als abgeschrieben (Hajo Schumacher) "Zur Realität gehört, dass Professoren, die sich als Wissenschaftler sehen, zwar Wert auf korrekte Fußnoten legen, sich aber nicht unbedingt um das letzte Prozent Fußnote scheren. Der Wert einer Arbeit liegt eher in ihrer originellen Fragestellung, der Beweisführung und dem schlüssigen Zusammenfassen der Ergebnisse. Ein guter Forscher ist mindestens ebensoviel Kreativer wie Finanzbeamter. Das Penible ist wichtig, keine Frage, aber es waren nicht immer die Peniblen, die die Welt mit ihren Gedanken nach vorn gebracht haben" (Originalbeitrag außerhalb der Paywall der BM auf na presseportal.)
  • Focus Online: "Keine Übeltäter, sondern arme Würstchen (Christoph Pagel) "Plagiatoren ruinieren den Ruf der deutschen Wissenschaft. Gegen sie muss entschieden vorgegangen werden, fordert der Münchner Rechtswissenschaftler Volker Rieble im FOCUS-Online-Interview. Doch auch Professoren tragen zu der Misere bei." Auszug: "FOCUS Online: Herr Professor Rieble, ein Plagiatsfall hat Karl Theodor zu Guttenberg sein Amt gekostet, jetzt fürchtet die FDP um ihre Führungsfigur Silvana Koch-Mehrin. Wie viele schwarze Schafe gibt es noch unter den Politikern? Volker Rieble: Da wird es noch viel mehr geben, aber das ist kein Problem, dass es nur bei Politikern gibt. Nur haben im Moment politisch Linksstehende in der Internetgemeinde die Konservativen als Zielgruppe ausgemacht. Die Aufmerksamkeit im Internet verteilt sich eben einseitig. Ich würde vorschlagen, dass auch die Junge Union Reutlingen mal schaut, ob sich nicht auch unter linken Politikern ein Plagiator findet. FOCUS Online: Woran liegt es, dass Politiker wie zu Guttenberg und Koch-Mehrin ihren Ruf so aufs Spiel setzen? Rieble: Plagiate passieren meist, wenn die Doktoranden kurz vor dem Beruf stehen und in Zeitnot kommen. Dann werden sie undiszipliniert und neigen zum Abschreiben. Aber die meisten Plagiatoren sind keine Übeltäter, sondern arme Würstchen. Sie schreiben einfach Banalitäten ab, wie etwa Koch-Mehrin, wo es schon gereicht hätte, die Sachverhalte in eigenen Worten darzustellen. Da muss man sich schon fragen, ob diese Schreiber noch der eigenen Muttersprache mächtig sind. Die Wenigsten fabrizieren ja reine Collagen wie zu Guttenberg, die dann nichts mehr mit einem wissenschaftlichen Werk zu tun haben. FOCUS Online: Glauben Sie, dass auch Koch-Mehrin als Plagiatorin überführt wird? Rieble: Bislang ist es grenzwertig. Wenn sie eine boshafte Plagiatorin ist, werden sich noch andere Stellen finden, wenn nicht war sie einfach nur doof. Aber ich verstehe auch die derzeitige Aufregung der Internetgemeinde nicht. Es herrscht ein Ungleichgewicht in der Wahrnehmung, wenn in unserem Land der geistige Diebstahl derart angeprangert wird, Steuerhinterziehung aber nicht. Viele der Plagiatsjäger sitzen nur zuhause in ihrem Sessel, kopieren Textstellen und geben sie bei Google ein. Auf der anderen Seit (sic!) verlangen sie offenen Zugang zu allen Daten und Quellen im Internet. Da muss man sich schon fragen, ob Herz und Hirn noch zusammenpassen."
  • Kölner Stadt Anzeiger: Plagiatsbericht wird veröffentlicht (Markus Decker) "Merkels Ruf hatte durch ihre waghalsige Verteidigungshaltung gegenüber Guttenberg gelitten. Sie muss in den intellektuellen Kreisen jenes Vertrauen zurückgewinnen, das Lammert dort durch seinen unmissverständlichen Standpunkt gewonnen hat. Guttenberg ist ihr durch die neue Wendung einen großen Schritt entgegengekommen."
  • Oldenburgische Volkszeitung Vechta: MEINE MEINUNG: Doktor light (Angelika Hauke) "Nein, der Bundestag stellt keinen Strafantrag gegen Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg (CSU) wegen Verletzung des Urheberrechts und Missbrauchs des wissenschaftlichen Dienstes. Zugegeben, es wäre nur eine Formalie gewesen, da bereits Anzeigen erstattet worden sind und der Vorfall strafrechtlich aufgeklärt wird. Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack.Die Entscheidung wurde nicht begründet. Deshalb können wir nur vermuten: Der Bundestag fürchtet wohl weitere Fälle aus der Politik. (...) Doktorarbeit light für Politiker: Seltsam ist es schon, dass die offensichtlich gelehrten und fleißigen Mitarbeiter des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags sich bisher nicht zu Wort gemeldet haben."
  • Saarbrücker Zeitung Debatte um Plagiatsvorwürfe „Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, hat nach neuen Berichten über Pfusch bei Doktorarbeiten davor gewarnt, einen Generalverdacht gegen die Wissenschaft aufzubauen.“
  • see-online.info: Wissenschaftliches Fehlverhalten - Ewige Herausforderung (Gastbeitrag von Diana Schmidt-Pfister, Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ an der Universität Konstanz ) "Einzigartig bliebe an diesen jüngsten Fällen lediglich, dass die Aufklärung durch neue Formen öffentlicher Prüfung derart rasant und schonungslos erfolgt." [Kommentar Ärgerlich: Sehr auführlicher und langer Bericht auch mit explizitem Bezug auf Guttenberg.]


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