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Im vollausgebildeten Konstitutionalismus stellt sich zudem die Frage des Verfas­sungsgerichtlichen Interpretationsmonopols, so wie es sich in den USA herausge­bildet hat.

Diese Institutionalisierung eines autoritativ gesteuerten und gesamtge­sellschaftlich wirksamen hermeneutischen Prozesses der Verfassungskultur prägt zunehmend „westliche", auch ansatzweise „nicht-westliche" Verfassungsstaaten.

Ein wissenschaftlicher und politischer Diskurs über das Wesen der Verfassungshermeneutik ist umfassend und jenseits schüchterener Debatten vorläufig nur in den USA in Gang gekommen. Er bewegt sich „Toward a Constitutional Hermeneutics"[843], wie sie sich in der Debatte zwischen textimmanent argumentierenden „interpretists" und verfassungsgestaltenden „noninterpretivists" niederschlägt[844] und in einen weiteren Zusammenhang von „katholischen" und „protestantischen" Interpretationsschemata erstellt wird[845]. Diese stets politisch aufgeladenen Diskurse offenbaren die grundsätzliche Notwendigkeit einer vergleichend untersuchenden Verfassungshermeneutik in den mit verfassungsrichterlichem Prüfungsrecht ausgestatteten Politien der USA, Deutschlands, Kanadas, Australiens und Frankreichs.

[843] G. Leyh, Toward a Constitutional Hermeneutics, in: American Journal of Political Science. No. 2, vol. 32, 1988. S. 369 ff.

[844] Dazu etwa D. P. Kommers, The Supreme Court and the Constitution: The Continuing Debate on Judicial Review, in: The Review of Politics. No. 3, vol. 47, 1985. S. 113 ff.

[845] Hierzu beispielsweise das wichtige Werk von H. Levinson, Constitutional Faith. 1989.

Im vol­lausgebildeten Konstitutionalismus wird gebetsmühlenartig die Frage des verfassungs­gerichtlichen Interpretationsmonopols behandelt, so wie es sich scheinbar in den USA herausgebildet haben soll. {S. 265, Fn. 769}

Dennoch werden westliche Konstitutionalismen und - dem Prinzip des institutio­nellen Mimetismus folgend - auch ansatzweise nicht-westliche Verfassungsstaaten nun zunehmend von einer Institutionalisierung eines autoritativ gesteuerten und gesamtgesellschaftlich wirksamen hermeneutischen Prozesses der Verfassungs­kultur gekennzeichnet [...] {S. 268}

Ein weitreichender wissenschaftlicher und politischer Diskurs über das Wesen der Verfassungshermeneutik ist vorläufig nur in den Vereinigten Staaten und neuerdings auch in Kanada aufgenommen worden.[763] Er bewegt sich „Toward a Constitutional Hermeneutics" (G. Leyh)[764], wie sie sich in der Debatte zwischen textimmanent argumentierenden „interpretists" und verfassungsgestaltenden „noninterpretivists" niederschlägt[765] und in einen weiteren hermeneutischen Zusammenhang von „katholischen" und „protestantischen" Interpretationsschemata erstellt wird[766]. In diesen naturgemäß stets politisch aufgeladenen Debatten zeichnet sich das Problemfeld einer vergleichend untersuchenden Verfassungshermeneutik[767] in den mit verfassungsrichterlichem Prüfungsrecht ausgestatteten Politien etwa der USA, Deutschlands, Kanadas, Australiens und Frankreichs ab [...]

[764] G. Leyh, Toward a Constitutional Hermeneutics, in: 32 American Journal of Political Science (1988), No. 2, S. 369 ff.

[765] D. P. Kommers. The Supreme Court and the Constitution: The Continuing Debate on Judicial Review, in: 47 The Review of Politics (1985). No. 3, S. 113 ff.

[766] Dazu H. Levinson, Constitutional Faith. 1989. {S. 264/265}

Übernommen aus
Karl-Theodor zu Guttenberg,
Verfassung und Verfassungsvertrag. Berlin 2009, S. 264, 265 u. 268
In: -
Link: -

Eigenplagiat von den Seiten 264, 265 und 268 (bzw. in umgekehrter Richtung)

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